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3D-Scans enthüllen Geheimnisse mumifizierter ägyptischer Tiere nach 2.000 Jahren

Forscher der Swansea University haben mit hochpräziser 3D-Scan-Technologie eine nicht-invasive „Post-Mortem“-Untersuchung an drei mumifizierten Tieren aus dem antiken Ägypten durchgeführt – mehr als 2.000 Jahre nach ihrem Tod.

Die Experten analysierten die Überreste einer Katze, eines Vogels und einer Schlange bis ins kleinste Detail, einschließlich Knochen und Zähne.

Die Ergebnisse, veröffentlicht in der renommierten Fachzeitschrift Scientific Reports, liefern wertvolle Einblicke in den Mumifizierungsprozess, die Haltung der Tiere und mögliche Todesursachen – ohne die empfindlichen Funde zu beschädigen.

Bisherige Untersuchungen hatten die Tierarten identifiziert, doch über den Inhalt der Mumien war wenig bekannt.

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Studienautorin Dr. Carolyn Graves-Brown vom Egypt Centre der Swansea University erklärt: „Unsere Ergebnisse werfen neues Licht auf die Tiermumifizierung, Religion und Mensch-Tier-Beziehungen im alten Ägypten.“

Die Alten Ägypter mumifizierten Tiere aus vielfältigen Gründen: als Haustiere neben ihren Besitzern, als Nahrungsopfer für das Jenseits oder vor allem als heilige Gaben für die Götter.

Weltweit sollen in Ägypten bis zu 70 Millionen mumifizierte Tiere in unterirdischen Katakomben ruhen.

3D-Scans enthüllen Geheimnisse mumifizierter ägyptischer Tiere nach 2.000 Jahren

unter Leitung von Professor Richard Johnston nutzten die Wissenschaftler Röntgen-Mikro-CT-Scanning, um detaillierte 3D-Bilder zu erstellen.

Aus Zahn- und Skelettanalyse schließen die Forscher, dass die mumifizierte Katze ein Kätzchen unter fünf Monaten war. Lücken zwischen den Nackenknochen deuten darauf hin, dass ihr das Genick gebrochen wurde – entweder beim Tod oder während der Mumifizierung, um den Kopf aufrecht zu halten.

Die eng eingerollte Schlange wurde als jugendliche ägyptische Kobra identifiziert. Mögliche Todesursache: Wirbelsäulenschäden durch Schwanzfang und Auspeitschung. Zusätzlich Nierenschäden weisen auf Dehydration hin.

3D-Scans enthüllen Geheimnisse mumifizierter ägyptischer Tiere nach 2.000 Jahren

Die hochauflösende Bildgebung offenbarte gehärtetes Harz im Maul der Schlange – likely aus der altägyptischen Mundöffnungszeremonie.

Knochenmessungen und 3D-Scans des Vogels ähneln dem eurasischen Turmfalken.

Prof. Johnston betont: „Mit Mikro-CT obduzieren wir diese Tiere effektiv nach über 2.000 Jahren. Die 100-mal höhere Auflösung im Vergleich zu medizinischen CTs ermöglicht neue Erkenntnisse zu Leben, Haltung und Tod.“

3D-Scans enthüllen Geheimnisse mumifizierter ägyptischer Tiere nach 2.000 Jahren

Er ergänzt: „Von geschätzten 70 Millionen Mumien haben wir drei Typen untersucht: Katze, Schlange, Vogel. Diese Methode bietet ein Modell für zukünftige Forschungen zu Tier- und Menschenleben sowie religiösen Praktiken.“