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Studie warnt: Unregulierter Handel mit Heimtierreptilien bedroht Tausende Arten

Die meisten Menschen sehen in Hunden die besten Freunde des Menschen. Doch eine Umfrage der British Federation for Herpetologists aus dem Jahr 2008 zeigt: In Großbritannien leben schätzungsweise acht Millionen Reptilien in privaten Haushalten – zahlenmäßig klar vor den Hunden.

Viele dieser Tiere kommen jedoch nicht aus kontrollierter Zucht, sondern werden in der Wildnis gefangen. Internationale Handelsregeln gelten nur für weniger als 10 Prozent der über 11.000 bekannten Reptilienarten weltweit.

Forscher der thailändischen Suranaree University of Technology und des Xishuangbanna Tropical Botanical Garden (XTBG) haben nun nachgewiesen, dass dieser Regulierungsmangel zu einer alarmierenden Ausbeutung unzähliger Arten führt.

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Die Experten analysierten Daten aus internationalen Handelsdatenbanken sowie eine Online-Umfrage unter Reptilienhändlern, um eine globale Übersicht zu erstellen – inklusive Gefährdungsstatus der Arten und des Wildfanganteils.

„Basierend auf zwei internationalen Handelsdatenbanken und Infos von 24.000 Webseiten in fünf Sprachen haben wir ermittelt, dass über 36 Prozent der Reptilienarten gehandelt werden – insgesamt fast 4.000 Arten“, erklärt Dr. Alice Hughes vom XTBG.

Etwa drei Viertel dieser Arten fallen nicht unter internationale Vorschriften. Viele sind bedroht oder auf Hotspots in Asien mit engem Verbreitungsgebiet beschränkt. Rund 90 Prozent der gehandelten Arten und die Hälfte der einzelnen Tiere stammen aus der Natur.

„Ohne Maßnahmen gegen diesen unregulierten, legalen Handel könnten endemische und kleinräumige Arten die nächsten Opfer der Biodiversitätskrise werden“, warnt Dr. Hughes.