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Insektenfreundlich gärtnern: Experten-Tipps von Prof. Dave Goulson für Wildtiere

Insekten sind unverzichtbar

Sie dienen als Nahrung für Vögel, Fledermäuse und Fische. Zudem leisten sie essenzielle Ökosystemdienstleistungen: Sie recyceln Abfälle, halten den Boden gesund und bestäuben Pflanzen.

Drei Viertel unserer Nutzpflanzen hängen von Insektenbestäubung ab. Prof. Dave Goulson, Insektenexperte und Autor von "The Garden Jungle", warnt: Ohne Insekten würde die Umwelt ins Chaos stürzen. Aus seiner jahrzehntelangen Forschung weiß er, wovon er spricht.

Jeder kann beitragen

Im Vereinigten Königreich umfassen Gärten eine halbe Million Hektar – mehr als alle Naturschutzgebiete zusammen. Mit einfachen Schritten machen Sie Ihr Beet zum Refugium für Wildtiere.

Die richtigen Blumen pflanzen

Klassische Teerosen wirken ansprechend, bieten Bestäubern jedoch wenig. Bevorzugen Sie robuste Hüttenblumen und Kräuter wie Katzenminze oder Beinwell.

In meinem Garten – wie Prof. Goulson in seinem vielfach preisgekrönten Projekt beschreibt – blühen Wildpflanzen wie Vogelfußklee, rosa Leimkraut und Karde neben Zierpflanzen.

Ganzjährige Blütenvielfalt

Zielen Sie auf ganzjährige Blüte ab: Von der Königinnenausflug der Hummeln im März bis zum Nestabbruch im September. Berücksichtigen Sie verschiedene Insektenarten – langrührlige Bienen lieben Fingerhut und Geißblatt, Kurzprobige bevorzugen Geranien und Zwergmispeln.

Insektenfreundlich gärtnern: Experten-Tipps von Prof. Dave Goulson für Wildtiere

Dem Rasen eine Blühpause gönnen

Rasen beherbergen Wildblumen wie Klee und Löwenzahn, die selten blühen dürfen. Diese sind Top-Nektarlieferanten für Bestäuber. Prof. Goulson plädiert für eine Wiesenoptik statt perfekten Wimbledon-Rasen.

Viele Gartencenter sind nicht nachhaltig

Beetpflanzen wachsen oft in torfhaltigem Kompost in Plastiktöpfen und sind mit Pestiziden behandelt. Unsere Tests zeigten: 75 % der "bienenfreundlichen" Pflanzen enthalten Insektizide.

Vermeiden Sie das: Kaufen Sie bio-zertifizierte Pflanzen, ziehen Sie aus Samen oder tauschen Sie mit Nachbarn. 90 % der Gartenkomposte enthalten Torf aus sensiblen Mooren – wählen Sie torffreie Alternativen.

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Kein Garten? Kein Problem!

Auf dem Balkon gedeihen Töpfe mit Majoran und Thymian – Bienen finden sie auch in der Stadt. Ergänzen Sie mit einem Insektenhotel oder engagieren Sie sich bei Wildblumen-Sä-Teams im öffentlichen Raum.

  • Dieses Interview erschien zuerst in Ausgabe 351 des BBC Science Focus Magazine - Erfahren Sie hier, wie Sie sich anmelden können