Ratten gewinnen als Haustiere zunehmend an Beliebtheit, auch wenn sie nicht die gleiche Verehrung genießen wie Hunde oder Katzen. Doch ihre Faszination ist unbestritten. Ob sie über eine Wiese huscht – löst sie bei Ihnen Sympathie oder Abscheu aus? Stellen Sie sich vor, sie würde Auto fahren oder eine Tapferkeitsmedaille tragen. Unabhängig von Ihren Gefühlen offenbaren 13 wissenschaftlich fundierte Fakten die beeindruckende Welt der Ratten.
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1. Ratten können träumen
Neurowissenschaftliche Studien, darunter Arbeiten des Nobelpreisträgers John O’Keefe, zeigen: Ratten träumen von zukünftigen Ereignissen, etwa dem Erreichen von Futter am Ende eines Labyrinthpfads. Elektroden messen Gehirnaktivität von "Ortszellen" – Neuronengruppen, die räumliche Karten erstellen. Diese feuern nicht nur wach, sondern auch im Schlaf, was auf das Abspielen vergangener oder antizipierter Routen hindeutet. Forscher trainierten Ratten mit einer Barriere vor dem Futter: Nach dem Schlaf überlappten die aktiven Zellen exakt mit Schlafphasen.
2. Sie können fahren (und ohne Stau-Stress)
Verhaltensneurowissenschaftlerin Prof. Kelly Lambert und ihr Team lehrten 17 Ratten das Fahren winziger Autos zu Leckereien. Die Aktivität senkte messbar Stresshormone – im Gegensatz zu passiven Passagieren in ferngesteuerten Fahrzeugen. Dies deutet auf Vorteile der Autonomie und Problemlösung hin, wie frühere Studien Lamberts belegen.

3. Ratten waren unter den ersten Raumfahrern
Im August 1960 umkreiste der sowjetische Satellit Korabl-Sputnik 2 mit Ratten und anderen Tieren die Erde und kehrte sicher zurück. Diese Mission ebnete den Weg für bemannte Flüge – die Hunde sind legendär, die Ratten weniger bekannt.
4. Ratten haben die Welt mit uns bereist
Genetische Analysen von New Yorker Straßennägeln zeigen Anpassungen an urbane Lebensräume. Durch Schiffsreisen evolvierten Ratten zu menschensynen Begleitern, mit veränderten Verhalten und Ernährung fürs Überleben.
5. Ratten leben auf allen Kontinenten – außer einem
Die Antarktis bleibt rattenfrei; ihre Kälte ist selbst für diese Anpassungskünstler zu extrem.
6. Die Essgewohnheiten von Ratten sind vielfältiger als gedacht
Ratten naschen opportunistisch und kauen alles – von Holz bis Kabeln.
7. Warum sie alles anknabbern
Ihre Zähne wachsen lebenslang, daher kauen Ratten ständig, um sie abzuschleifen. Viele sind Omnivore, doch Arten wie Hoffmanns Ratten (fruchtbasiert) oder afrikanische Schopfratten (giftige Pflanzen) sind herbivor. Sulawesi-Ratten sind fast zahnlos. Haustierbesitzern raten Experten: Bieten Sie Kauspielzeug für Zahn- und Gewichtspflege.
8. Ratten sind überraschend intelligent
Sie verstehen Kausalität, zeigen Bedauern bei Fehlentscheidungen und Metakognition. Ihre Anpassungsfähigkeit hilft sogar in der Klimakrise.
9. Ratten besitzen außergewöhnliche Sinne
Schnurrhaare tasten dreidimensional im Dunkeln. Afrikanische Riesenratten riechen Tuberkulose; Studien zeigen sensorisches Gedächtnis sogar unter Narkose.
10. Ratten sind hochsozial
Isolation führt zu Depressionssymptomen; Spielkämpfe und Kitzeln erzeugen "Lachen" (ultraschall). Sie lernen Versteckspiele, zeigen Empathie und Stressübertragung. Ökologin Dr. Sara Weinstein bestätigt Geselligkeit auch bei Wildratten.
11. Ratten sind Teamplayer
Gruppen lösen Labyrinthe schneller, entwickeln Strategien und passen Abwehr an. Empathie bleibt: Belohnungen verhindern kein Retten von Artgenossen.

12. Eine Ratte erhielt eine Tapferkeitsmedaille
Magawas, eine gambianische Beutelratte aus dem HeroRAT-Programm, entdeckte Hunderte Minen in Kambodscha und wurde mit der Goldmedaille ausgezeichnet.

13. Ratten leisten heroische Beiträge zur Medizin
Sie halfen bei Blutdrucksenkern durch gentechnischen Reis (ohne Nebenwirkungen). Nacktmulle widerstehen Krebs; ihre Biologie inspiriert Therapien.