Ein außergewöhnlich gut erhaltenes Fossil aus Marokko, das vor 480 Millionen Jahren entstand, gilt als fehlendes Bindeglied zwischen modernen Seesternen und ihren Vorfahren. Dies bestätigt Dr. Aaron Hunter, evolutionärer Paläoökologe an der University of Cambridge.
Das Fossil wurde im Anti-Atlas-Gebirge entdeckt und dokumentiert die frühen Evolutionsschritte der Seesterne während des Ordovizischen Biodiversifikationsereignisses, einer Phase rasanter Artenvielfalt.
Die Spezies weist ein filigranes Design mit federartigen Armen auf, das an feine Spitzenarbeit erinnert.
Lange Zeit blieb der Ursprung der Seesterne rätselhaft. Dank der exzellenten Erhaltung dieses Fossils können Forscher nun erstmals den Körperbau detailliert kartieren und die Entwicklung nachvollziehen.

Die Art Cantabrigiaster fezouataensis wird in der Fachzeitschrift Biology Letters als das früheste seesternähnliche Tier beschrieben.
"Es ist unglaublich aufregend, dieses fehlende Bindeglied zu finden", betont Dr. Hunter. "Reisten Sie ins Ordovizium zurück und tauchten unter Wasser, die meisten Meeresorganismen wären fremd – außer den Seesternen, die zu den ersten modernen Tieren zählen."
Das Fossil zeigt etwa 60 Prozent des modernen Seestern-Körperplans. Seine Merkmale mischen Eigenschaften von Seesternen und Seelilien – letztere sind keine Pflanzen, sondern sessile Filtrierer mit wellenförmigen Armen auf einem zylindrischen Stamm. Es dient nun als Referenz für Evolutionsforschung.
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"Der Detailreichtum des Fossils ist verblüffend – seine komplexe Struktur erforderte intensive Analyse", erklärt Dr. Hunter.
Zusammen mit Dr. Javier Ortega-Hernández (ehemals Cambridge, nun Harvard) katalogisierten sie Hunderte seesternähnlicher Fossilien und bewerteten Verwandtschaften innerhalb der Stachelhäuter, zu denen auch Seegurken gehören.

Die Untersuchung ergab: Nur die Nahrungsrinne, die Nahrung zu den Armen leitet, war bereits vorhanden. Die äußeren Körperteile entwickelten sich später.
Die Forscher erweitern ihre Arbeit auf weitere frühe Stachelhäuter.
"Wir wollen klären, warum Seesterne fünf Arme entwickelten – eine stabile Form, deren Grund unbekannt ist", sagt Dr. Hunter. "Cantabrigiaster bringt uns der Antwort näher."
