Katzenbesitzer stellen sich oft Fragen zu ihren Lieblingen: Warum schnurren sie? Warum werfen sie Pflanzen um? Oder warum greifen sie den frisch gesaugten Boden an?
Während letzteres auf spielerische Neugier zurückzuführen sein mag, ist das Schnurren komplexer. Viele assoziieren es mit Zufriedenheit, doch Studien zeigen: Katzen schnurren aus vielfältigen Gründen – von Entspannung bis hin zur Beeinflussung menschlicher Instinkte.
Von beruhigend bis heilsam: Die Wissenschaft erklärt, warum Katzen schnurren.
Wie entsteht das Schnurren bei Katzen?
Die genaue Mechanik war lange umstritten. Früher wurde eine „Theorie des turbulenten Blutes“ in der unteren Hohlvene diskutiert, doch aktuelle Forschung deutet auf den Kehlkopf hin. Katzen verengen den Bereich um die Stimmbänder, was bei Ein- und Ausatmen Vibrationen erzeugt – das hören wir als Schnurren.
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Warum schnurren Katzen?
Es gibt keine einheitliche Erklärung. Ein neuronaler Oszillator im Gehirn löst es aus, doch Auslöser variieren. Beobachtungsstudien zeigen multiple Funktionen.
Eine Studie der University of Sussex fand: Katzen modulieren ihr Schnurren. Beim Futterbetteln klingt es drängender und enthält hochfrequente Töne wie Babyschrei. „Dieses „Nahrungsersuchen“-Schnurren wurde als weniger angenehm empfunden“, erklärt Dr. Lauren Finka, Katzenverhaltensexpertin an der Nottingham Trent University.
„Es teilt akustische Merkmale mit hungrigen Babys. So aktivieren Katzen unsere Pflegeinstinkte“, ergänzt Studienautorin Dr. Karen McComb.
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Hungrige Katzen mischen Babyschrei in ihr Schnurren – subtiler als Miauen, effektiver für Aufmerksamkeit.

Schnurren dient auch der Selbstberuhigung bei Stress oder Schmerz. „Katzen schnurren in Notlagen, um sich zu entspannen oder Hilfe zu erbitten“, sagt Finka. Sie tun es sogar allein; weitere Forschung ist nötig.
Interessant: Schnurrfrequenzen (20-150 Hz) fördern Knochenwachstum und Geweberegeneration, wie eine Studie im New Zealand Veterinary Journal zeigt. Nachfolgende Arbeiten bestätigten Heilungseffekte bei Vibrationen. Menschliche Anwendungen fehlen jedoch.
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