Laut Forschern der University of Bristol sind Hausgärten in Städten und Gemeinden die größte Nahrungsquelle für bestäubende Insekten wie Bienen und Wespen.
Die Studie, geleitet von der University of Bristol und im Journal of Ecology veröffentlicht, zeigt: Wohngärten machen durchschnittlich 85 Prozent des in städtischen Gebieten produzierten Nektars aus.
Drei Gärten erzeugen täglich im Schnitt einen Teelöffel dieser zuckerreichen Blütenflüssigkeit, die Bestäuber zur Energiegewinnung nutzen. Das entspricht mehr als einer Tonne Nahrung für einen Menschen und versorgt Tausende fliegender Bienen.
Je mehr Bienen und Bestäuber aktiv sind, desto größer die Vielfalt an Flora und Fauna, die erhalten bleibt.
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„Obwohl die Menge und Vielfalt von Nektar auf dem Land gemessen wurde, war dies in städtischen Gebieten nicht der Fall, also beschlossen wir, dies zu untersuchen“, erklärt Nicholas Tew, Ökologe an der University of Bristol.
„Wir haben erwartet, dass private Gärten eine ergiebige Nektarquelle sein werden, aber nicht in diesem Ausmaß. Unsere Ergebnisse unterstreichen ihre zentrale Rolle bei der Unterstützung von Bestäubern und der Förderung der Biodiversität in städtischen Gebieten.“
Die Forschung entstand in Kooperation mit den Universitäten Edinburgh und Reading sowie der Royal Horticultural Society. Sie untersuchte die Nektarproduktion in Bristol, Edinburgh, Leeds und Reading.
Bei fast 200 Pflanzenarten wurde der Nektar aus über 3.000 Blüten extrahiert. Dafür kam ein feines Glasröhrchen zum Einsatz, gefolgt von der Messung der Zuckerkonzentration mit einem Refraktometer – einem Gerät, das die Lichtbrechung in der Lösung analysiert.
„Die Nektarversorgung in Städten ist vielfältiger als in Ackerland oder Naturschutzgebieten und wird maßgeblich von privaten Gärten getragen“, betont Tew, der in Ökologie promoviert. „Gärten produzieren am meisten Nektar pro Flächeneinheit und decken den größten Teil der Fläche in unseren Städten ab.“

Insgesamt machen Hausgärten 29 Prozent der städtischen Flächen aus – das Sechsfache von Parks und das 40-Fache von Schrebergärten.
Tew fordert: Neue Siedlungen müssen Gärten integrieren. Gärtner sollten nektarreiche Blumen pflanzen, für ganzjährige Blüte sorgen, Rasen sparsamer mähen, um Löwenzahn, Klee und Gänseblümchen wachsen zu lassen. Pestizide meiden und Flächen nicht versiegeln.
„Diese Studie zeigt die entscheidende Rolle von Gärten für Bestäuber. Gärtner können durch smarte Pflanzwahl einen großen Beitrag leisten“, sagt Dr. Stephanie Bird, Insektenexpertin der Royal Horticultural Society. „Gärten bilden ein Netzwerk wertvoller Ressourcen für Insekten.“