Wie streichelt man eine Katze am besten? Wahrscheinlich nicht so, wie Sie es bisher gemacht haben. Viele Katzenbesitzer glauben, dass Streicheln die ideale Methode ist, um eine enge Bindung aufzubauen. Doch es gibt keine Garantie, dass Ihre Katze diesen Kontakt wirklich genießt.
Dr. Lauren Finka, Katzenverhaltensexpertin an der Nottingham Trent University, erklärt: „Während einige Katzen viel Streicheleinheiten lieben, bevorzugen viele es nicht auf die Art, wie wir Menschen es tun. Sie ertragen es oft nur, weil die Beziehung mit Ihnen Vorteile bringt – wie Futter, Leckerlis und Aufmerksamkeit.“
„Katzen sind als Spezies nicht von Natur aus sozial oder taktil.“
Kurz gesagt: Wenn Sie vermuten, dass Ihre Katze Ihr Streicheln nur toleriert, um mehr Futter zu bekommen, liegen Sie richtig. Besonders, wenn Sie ständig ihr Hinterteil berühren.
„Aus wissenschaftlicher Sicht wissen wir noch nicht viel darüber. Obwohl viele glauben, Katzen mögen es am Schwanzansatz, zeigen Studien die negativsten Reaktionen genau dort“, sagt Finka.
Neben dem unteren Rücken rate ich dringend vom Bauch ab. Dieser Bereich ist vulnerabel, da die lebenswichtigen Organe ungeschützt liegen. Berührungen werden oft als Bedrohung wahrgenommen.
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„Individuelle Vorlieben hängen von Persönlichkeit und frühen Erfahrungen ab. Katzen, die zwischen der 2. und 8. Woche positiv sozialisiert wurden, freuen sich meist mehr über Berührungen“, ergänzt Finka.
„Selbst bei freundlichen Katzen bedeutet Miauen oder Reiben nicht, dass jede Berührung willkommen ist. Achten Sie immer auf die Körpersprache.“

Auf welche Zeichen von Unbehagen – oder ‚negativer Erregung‘ – sollten Sie achten? „Genervte Katzen drehen scharf den Kopf zur Hand, frieren ein oder hören auf, aktiv zu interagieren, z. B. das Schnurren einzustellen“, beschreibt Finka.
„Ohren sind nicht nach vorn gerichtet, sondern leicht gedreht oder abgeflacht. Weitere Signale: Nasenlecken, Kopfschütteln, plötzliche Fellpflege, gewelltes Fell oder ein horizontal schlagender Schwanz. Ein hoher Schwanz hingegen signalisiert positive Erregung.“
„Diese subtilen Hinweise übersehen viele oder interpretieren sie falsch.“
Die besten Stellen, um eine Katze zu streicheln
Freundliche Katzen genießen Berührungen vor allem im Gesicht: Wangen, Ohransatz und unter dem Kinn.
„Diese Bereiche haben viele Duftdrüsen. Die Stimulation fühlt sich für Katzen angenehm an und hilft beim Markieren“, erklärt Finka.
Suchen Sie nach positiven Signalen wie Schnurren, Reiben, Kneten oder sanftem Schwanzwedeln.
Finkas bewährte Richtlinien (aktuell im Battersea Dogs & Cats Home erforscht) basieren auf dem Akronym CAT:
C: Geben Sie der Katze Wahl und Kontrolle.
- Bieten Sie Ihre Hand sanft an – lassen Sie die Katze entscheiden.
- Reibt sie sich an? Dann ist Kontakt ok. Andernfalls warten.
- Machen Sie alle 3–5 Sekunden Pause, um zu prüfen. Reibt sie für mehr? Fortfahren. Sonst pausieren.
A: Achten Sie auf Körpersprache. Pausen-Signale:
- Wird still, hört auf zu schnurren oder sich vorzubeugen
- Entfernt sich
- Ohren flach oder nach hinten
- Kopfschütteln
- Fell kräuselt sich
- Nasenlecken
- Plötzliche Selbstpflege
- Scharfer Blick zur Hand
T: Überlegen Sie, wo Sie berühren.
- Bevorzugen Sie Kinn, Wangen, Ohren.
- Vermeiden Sie Schwanzansatz und Bauch. Seien Sie bei Rücken, Beinen und Schwanz vorsichtig – beobachten Sie Signale.
Folgen Sie diesen Tipps, und Ihre Katze wird Ihr Streicheln wirklich schätzen. Vielleicht streichen Sie so sogar von ihrer ‚unliebsamen Menschen‘-Liste.