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Seeotter schützen Kaliforniens Seetangwälder vor Seeigeln – Studie der UC Santa Cruz

Kelpwälder vor der Küste Kaliforniens sind seit 2014 dramatisch zurückgegangen: Große Flächen wurden von einem Teppich aus Seeigeln ersetzt. Doch neben diesen verwüsteten Zonen existieren oft gesunde Waldstücke – dank der Seeotter, wie eine Studie der University of California, Santa Cruz (UCSC) zeigt.

Seeotter gelten als „Schlüsselart“: Sie wirken überproportional stark auf ihr Ökosystem ein und regulieren Populationen von Pflanzen und Tieren. Besonders schützen sie Seetangwälder, indem sie Seeigel als Hauptfressfeinde jagen.

Zwei Umweltfaktoren trafen die kalifornischen Kelpwälder hart. 2014 erreichte die marine Hitzewelle „The Blob“ den Nordostpazifik, zeitgleich mit den warmen El-Niño-Bedingungen aus dem Süden.

Seetang gedeiht optimal in kaltem, nährstoffreichem Wasser. Riesentang zählt zu den schnellstwachsenden Organismen weltweit und kann unter Idealbedingungen täglich bis zu 60 cm wachsen. Durch die Hitze von Blob und El Niño sank die Wachstumsrate jedoch massiv.

Eine weitere Gefahr begann 2013: Das Sea Star Wasting Syndrome dezimierte Seesterne an der Westküste Nordamerikas, vor allem den Sonnenblumen-Seestern (Pycnopodia helianthoides), einen Schlüsselräuber von Seeigeln.

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Diese Faktoren führten zu einem Seeigelboom. Normalerweise verbergen sich Seeigel in Felsspalten vor Raubtieren und fressen Algenreste. Als Kelp langsamer wuchs und weniger Abfall produzierte, mussten sie Nahrung suchen – und ohne Seesterne konnten sie Seetang ungestört abweiden.

„Es geschah so schnell, dass wir über 80 Prozent der historischen Algenwaldbedeckung in Nordkalifornien verloren hatten“, erklärt Doktorand Joshua Smith, Mitautor der in Proceedings of the National Academy of Sciences publizierten Studie. „An der Central Coast gab es ebenfalls einen Seeigel-Ausbruch, jedoch nicht so extrem wie nördlich von San Francisco.“

Das Ergebnis: „Seeigel-Ödlande“ – kahle Meeresböden statt Wälder. Doch gesunde Flecken daneben weckten Fragen. Smith und Kollegen von UCSC, US Geological Survey und Monterey Bay Aquarium beobachteten drei Jahre lang Otter und Ökosysteme.

Seeotter schützen Kaliforniens Seetangwälder vor Seeigeln – Studie der UC Santa Cruz

„In Monterey Bay bilden sich lückenhafte Mosaike aus Ödland und gesunden Wäldern“, sagt Smith. „Wir untersuchten, wie Otter auf den Seeigelboom reagieren und was das für die Central Coast bedeutet.“

Die Otter fraßen post-2014 dreimal so viele Seeigel. Ihre Population in der Monterey-Region stieg von 270 auf 432. Sie bevorzugten jedoch nährstoffreiche Seeigel aus Kelpwäldern, nicht die ausgehungerten aus Ödlanden.

Seeotter schützen Kaliforniens Seetangwälder vor Seeigeln – Studie der UC Santa Cruz

„Manche nennen sie Zombie-Seeigel – sie sind leer“, beschreibt Smith. „Otter ignorieren Ödlande und schützen so die gesunden Wälder.“

Ödlande erholen sich ohne weitere Räuber, Krankheiten oder Stürme nicht. Dann könnten Sporen aus gesunden Zonen neu besiedeln.

„Die Studie vertieft unser Wissen zur Rolle der Seeotter und unterstreicht Verhaltensfaktoren“, betont Smith. „Seeigel wandern hungrig umher, Otter wählen gezielt – das prägt das Ökosystem-Schicksal.“