Hunde sind faszinierende Begleiter, doch ihr Verhalten wirft oft Fragen auf: Warum fressen sie Gras, Kot oder andere ungewöhnliche Dinge? Als Tierverhaltensexperte mit jahrelanger Praxis teile ich fundierte Erkenntnisse basierend auf Studien und Expertenmeinungen.
Dieses Verhalten ist weit verbreitet, doch die genauen Gründe sind nicht vollständig erforscht. Dr. Emily Blackwell, Dozentin für Verhalten und Wohlergehen von Haustieren an der University of Bristol, betont: „Die bisherigen Studien sind nicht eindeutig. Es gibt mehrere plausible Erklärungen – möglicherweise sogar mehrere richtige Gründe gleichzeitig.“
Hier sind die wichtigsten Theorien, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen:
Warum fressen Hunde Gras?
Eine Theorie sieht das Grasfressen als Zeichen von innerem Konflikt oder Stress. „Es kann ein Verdrängungsverhalten sein, wenn widersprüchliche Impulse auftreten“, erklärt Blackwell. Ähnlich wie Menschen im Wartezimmer beim Zahnarzt Nägel kauen, um Angst zu lindern.
Bei vielen Hunden entwickelt sich das Verhalten jedoch durch Aufmerksamkeit: „Hunde lernen schnell, dass Grasfressen Reaktionen provoziert“, warnt die Expertin. Ignorieren Sie es ruhig, um es nicht zu verstärken – vor allem, wenn Langeweile die Ursache ist.
Auch wenn Sie nicht zu Hause sind, könnte Ihr Hund Gras fressen, um Ballaststoffe aufzunehmen. Diese Theorie ist plausibel, bleibt aber ungetestet.
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Besorgt um Magenprobleme? Eine Studie von 2008 zeigt: 68 % der Hunde fressen regelmäßig Gras, aber nur 22 % erbrechen danach. Wölfe nutzen Gras ähnlich gegen Parasiten – doch es verursacht selten Krankheit.

Warum fressen Hunde Kot?
Viele Hundebesitzer kennen das: Der Hund frisst Kot – eigenen oder fremden. „Es ist meist harmlos, solange keine Infektionen vorliegen“, beruhigt Blackwell.
Bei Welpen stammt es oft aus Neugier: „Sie erkunden die Welt mit der Schnauze, und Kot riecht für sie nicht abstoßend.“

Achten Sie auf Ihre Reaktion: Überhastetes Eingreifen beim Spaziergang signalisiert dem Hund Wichtigkeit und verstärkt das Verhalten. „Viele Hunde werden quasi darauf trainiert“, sagt die Expertin. Bleiben Sie gelassen und ignorieren Sie es.
Zusammenfassend: Verstehen Sie das Verhalten, um es richtig zu handhaben – für ein harmonischeres Miteinander mit Ihrem Hund.