Stare beeindrucken mit ihrem markanten Aussehen, den blauen Eiern und ihrem charakteristischen Gesang. Doch diese kurzschwänzigen Vögel liefern vor allem atemberaubende Flugshows, die mit den Manövern der Roten Pfeile mithalten können.
Bei diesem faszinierenden Himmelstanz, bekannt als Staren-Murmuration, erzeugen riesige Schwärme durch synchronisierte Flügelschläge ein rauschendes Geräusch. Tausende Vögel wirbeln in spektakulären Formationen über den Himmel.
Diese Schwärme umfassen mindestens 500 Stare, in Großbritannien bis zu einer Million. Übersee, etwa in Rom, versammeln sich sogar bis zu fünf Millionen Vögel.
Aber warum entstehen Staren-Murmurationen? Warum stoßen die Vögel nicht zusammen? Und wo kann man sie in Großbritannien erleben? Alle Antworten finden Sie hier – basierend auf Erkenntnissen von Expertin Prof. Anne Goodenough von der University of Gloucestershire.
Warum bilden Stare Murmurationen?
Trotz jahrtausendelanger Beobachtungen gibt es keine einheitliche Erklärung für dieses Phänomen.
Zwei führende Theorien erklären das Verhalten:
- Schutz vor Raubtieren.
- Wärmeschutz nachts.
Zunächst der Raubtierschutz: Wie schützt ein solches Luftballett vor Greifvögeln wie Sperbern oder Bussarden?
"Erstens verringert der 'Verdünnungseffekt' in einer großen Herde die Chance, zur Beute zu werden", erklärt Prof. Anne Goodenough. "Es ist ein Zahlenspiel: In der Masse ist es unwahrscheinlicher, dass ausgerechnet Sie angegriffen werden. Zudem erhöht die Herde die Wachsamkeit durch mehr Augen."
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Diese Erklärungen rechtfertigen große Gruppen, nicht aber die komplexen 3D-Formationen. Experten vermuten daher, dass Murmurationen Raubtiere verwirren.
"Greifvögel fokussieren meist ein einzelnes Ziel – sie stürmen nicht blind in den Schwarm. Die komplizierten Manöver machen es Raubtieren schwer, zuzuschlagen. Ein Angriff auf die Masse wäre wie Jonglieren mit Ruß", sagt Goodenough.
Die Wärmetheorie: Der Tanz signalisiert möglicherweise Sammelplätze vor kalten Nächten. "Murmurationen werben für Schlafplätze – in großen Schwärmen ist es wärmer als allein", erläutert Goodenough.
Studien, darunter Goodenoughs Analyse von 3.000 Murmurationen, zeigen jedoch keine starke Korrelation zu Temperaturen. Anti-Raubtier-Schutz scheint primär.
Warum stoßen Stare nicht zusammen?
In Millionen von Vögeln erwarten Sie Kollisionen – doch Stare meister es perfekt.
"Sie halten durch exzellente Distanzierungsinstinkte Abstand, dank überlegener Sehkraft und Reaktionsgeschwindigkeit", erklärt Goodenough. "Ihre visuellen Fähigkeiten und motorischen Reflexe sind spitzenmäßig."
Jeder Star interagiert mit sechs bis sieben Nachbarn, wie 3D-Rekonstruktionen zeigen.
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Wo sehen Sie Staren-Murmurationen in Großbritannien?

Murmurationen finden kurz vor dem Schlafen statt, oft an großen Bäumen oder Strukturen wie Piers. Highlights: Middleton Moor (Derbyshire), Ham Wall (Somerset), Albert Bridge (Belfast). Weitere Spots auf der Starling-Murmurationskarte.
"Überraschende Orte sind möglich – ich sah 10.000 Stare im Zentrum von Cheltenham", berichtet Goodenough.
Saison: Oktober bis März, Höhepunkt November bis Januar. An Piers wie Brighton oder Aberystwyth täglich um Sonnenuntergang, ca. 30 Minuten.
"Ein Muss! Jede Show ist einzigartig, wie improvisierte Musik mit endlosen Variationen", empfiehlt Goodenough.