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Rätsel gelöst: Neues Bakterium als Reptilienkiller auf der Weihnachtsinsel enttarnt

Die Reptilienbestände auf der australischen Weihnachtsinsel haben in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch abgenommen. Von fünf endemischen Arten sind zwei – der Blauschwanzskink und der Lister-Gecko – in der Wildnis vollständig verschwunden. Neben Habitatverlust und invasiven Raubtieren hat ein unterschwelliger Killer einen mysteriösen Massensterben verursacht.

Sogar in Gefangenschaft gezüchtete Exemplare sterben, was die Populationen – jeweils nur rund 1.000 Individuen – an den Rand des Aussterbens bringt.

Australische Experten der Sydney School of Veterinary Science haben den Schuldigen entlarvt: Den neuen Bakterienstamm Enterococcus lacertideformus. Er siedelt sich im Kopf und in den Organen an, führt zu Schwellungen im Gesicht, Lethargie und letztlich zum Tod. Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt über das Maul oder Bisse, häufig in der Paarungszeit.

Rätsel gelöst: Neues Bakterium als Reptilienkiller auf der Weihnachtsinsel enttarnt

Die Forscher nicht nur identifiziert, sondern auch durch Genomsequenzierung die genetische Struktur des Erregers entschlüsselt.

„Wir haben entdeckt, dass das Bakterium sich mit einem Biofilm umhüllen kann – einer schützenden Bakteriengemeinschaft“, erklärt Jessica Agius, Co-Leiterin der Studie und Doktorandin an der Sydney School of Veterinary Science. „Das Verständnis, wie E. lacertideformus diesen Biofilm bildet, könnte neue Ansätze für die Bekämpfung biofilmproduzierender Bakterien liefern.“

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Die genetische Analyse zeigt: Das Bakterium ist gegen bestimmte Antibiotika anfällig, was eine Behandlung infizierter Tiere ermöglicht.

Um das Überleben der Arten zu sichern, hat Agius eine Blauschwanzskink-Population auf den raubtierfreien Kokosinseln etabliert. Alle Tiere wurden auf das Bakterium getestet und waren frei davon.

„Jetzt müssen wir handeln, damit diese einzigartigen Reptilien gerettet werden können“, betont Agius.