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Rothandtamarine imitieren Rufe der Trauertamarine: Cleverer Trick zur Konfliktvermeidung

Neue Forschung aus dem brasilianischen Amazonas zeigt: Rothandtamarine passen ihre Rufe an die langen Laute der Trauertamarine an, sobald sie deren Territorium betreten – eine smarte Strategie, um Auseinandersetzungen zu vermeiden.

Ein Team von Wissenschaftlern beobachtete das Verhalten in 15 Gruppen beider Tamarinarten im Amazonasgebiet.

Laut Studie übernehmen die Rothandtamarine die charakteristischen langen Rufe ihrer Artgenossen.

Rothandtamarine, die im nordöstlichen Amazonas verbreitet sind, zeigen hohe Stimmflexibilität und nutzen Rufe häufiger. Trauertamarine gelten als vom Aussterben bedroht und besitzen eines der kleinsten Verbreitungsgebiete aller Primaten weltweit, großenteils um Manaus.

Rothandtamarine imitieren Rufe der Trauertamarine: Cleverer Trick zur Konfliktvermeidung

Die Studienautoren vermuten, dass diese Imitation territoriale Konflikte um Ressourcen verhindert.

"Unsere Studie ist die erste, die eine asymmetrische Rufkonvergenz bei Primaten nachweist, bei der der Ruf einer Art zur 'Lingua Franca' in gemeinsamen Gebieten wird", erklärt Co-Autor Dr. Jacob Dunn, außerordentlicher Professor für Evolutionsbiologie an der Anglia Ruskin University.

„Da beide Tamarinarten auf ähnliche Ressourcen angewiesen sind, erleichtert diese Anpassung ihrer 'Akzente' die Identifikation in dichten Wäldern und hilft, Konflikte zu vermeiden.“

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Hauptautorin Tainara Sobroza vom Instituto Nacional de Pesquisas da Amazonia berichtet: „Bei schnellen Bewegungen durch den dichten Amazonas-Regenwald ist es schwierig, die Arten zu unterscheiden. Doch in Sympatriegebieten klingen sie identisch.“

„Nur Rothandtamarine passen ihre Rufe an, und das ausschließlich dort, wo beide Arten zusammenleben. Dies könnte die Identifikation bei Territorialstreitigkeiten oder Ressourcenkonkurrenz erleichtern.“

Die Ergebnisse erschienen in der Fachzeitschrift Behavioral Ecology and Sociobiology.