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Zwei Mammuts im tödlichen Duell: Ein einzigartiges Fossil bewahrt ihren Kampf bis zum Tod

Das Spektakel zweier afrikanischer Elefantenbullen, die in der Savanne aufeinandertreffen, ist unvergesslich. Als größte Landtiere der Welt mit einem Gewicht von über fünf Tonnen liefern sie eine der beeindruckendsten Auseinandersetzungen im Tierreich.

Diese Kämpfe um Dominanz ereignen sich häufig während der Musth-Phase, einem jährlichen Zustand erhöhter Paarungsbereitschaft, vergleichbar mit der Brunft bei Rehen. Vollgepumpt mit bis zu 60-fachem Testosteronspiegel werden die Bullen extrem aggressiv und fordern Rivalen um Territorium und Paarungsrechte heraus.

Sie rammen ihre Köpfe zusammen, verhakten die Stoßzähne und stoßen mit voller Kraft zu – nur der Stärkste siegt. Manche Duelle enden tödlich. Alle lebenden Elefantenarten zeigen ähnliche Verhaltensweisen, was auf vergleichbare Kämpfe bei ihren prähistorischen Vorfahren hindeutet.

Im Sommer 1962 entdeckten zwei Arbeiter bei einer Routineinspektion für einen Staudammbau in den grasbewachsenen Hügeln Nebraskas nahe Crawford einen großen Oberschenkelknochen, der aus einer Schlucht ragte. Sie holten Experten hinzu.

Es handelte sich um ein Bein des kolumbianischen Mammuts (Mammuthus columbi), einer der größten Arten mit bis zu vier Metern Schulterhöhe. Ein aufregender Fund.

Der Paläontologe Mike Voorhies, damals Absolvent der University of Nebraska-Lincoln, leitete die Ausgrabung eines potenziell vollständigen Skeletts. Er rekrutierte ein Team aus Studenten und jungen Enthusiasten.

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Das Team arbeitete von 3 Uhr morgens bis zur unerträglichen Mittagshitze und benötigte über einen Monat. Bald zeichnete sich ein vollständiges Skelett ab.

Beim Freilegen des Schädels fiel auf: Ein Stoßzahn ragte in die falsche Richtung. Zuerst dachten sie an einen Bruch. Doch es gehörte zu einem zweiten Mammut.

Mammut-Funde mit mehreren Tieren sind nicht selten, doch hier waren zwei Skelette mit ineinander verschränkten Stoßzähnen erhalten – ein Hinweis auf einen Kampf bis zum Tod?

Beide Skelette waren etwa gleich groß, die Zähne deuteten auf rund 40-jährige Adulttiere hin. Junge Bullen kämpfen oft, Musth tritt typisch Mitte bis Ende 20 ein.

Gefrorene Mammuts aus Sibirien belegen Schläfendrüsen wie bei modernen Elefanten, die in Musth chemische Signale absondern. Wahrscheinlich kämpften diese Bullen in Musth um Weibchen.

Zwei Mammuts im tödlichen Duell: Ein einzigartiges Fossil bewahrt ihren Kampf bis zum Tod

Bei Kämpfen nutzen Elefanten mit geraden Stoßzähnen Stiche, solche mit gekrümmten eher Rammen und Verhakungen. Die langen, gebogenen Stoßzähne dieser Mammuts eigneten sich zum Verriegeln und Hebeln.

Die Stoßzähne waren umeinander gedreht. Eines hatte einen intakten rechten, aber gebrochenen linken Zahn; das andere umgekehrt. Stumpfe Bruchkanten deuten auf ältere Schäden hin.

Dadurch kamen sie nah genug, um zu verhakren. Grausam: Ein Stoßzahn stach in die Augenhöhle des Rivalen!

Erschöpft rutschte eines aus, riss das andere mit – beide stürzten ab. Mit je über zehn Tonnen Gewicht klemmten sie sich ein. Wahrscheinlich starb eines im Kampf, der Sieger konnte nicht entkommen.

Moderne Elefanten verhakren selten, doch bei Elchen geschieht es. Ohne Fraßspuren blieben sie erhalten.

Zwei Mammuts im tödlichen Duell: Ein einzigartiges Fossil bewahrt ihren Kampf bis zum Tod

Nach der Bergung im Trailside Museum (heutiger Ausstellungsort) fand sich unter einem Vorderbein ein Kojote mit zertrümmertem Schädel. Opfer des Kampfes oder Aasfresser?

Diese Entdeckung ist außergewöhnlich: Ein dramatisches Duell, rasche Vergrabung vor 12.000 Jahren, zufällige Bergung. Eines der spektakulärsten Fossilien der Paläontologie.