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Riesen-Seeanemonen fressen Ameisen und Spinnen: DNA-Studie enthüllt überraschende Ernährung

Riesen-Seeanemonen thronen auf Felsen, ihre Tentakel wedeln sanft im Wasser und fangen Beute wie Larven, Plankton – und verblüffenderweise auch Ameisen?

Ein Team von Forschern der University of Buffalo aus den USA nutzte DNA-Metabarcoding, um den Darminhalt von 12 Riesen-Federanemonen (Metridium farcimen) präzise zu analysieren. Die Ergebnisse: Viele Krabben- und Seepockenlarven, winzige Krebstiere wie Copepoden und unerwartet Insekten.

Die Experten extrahierten genetisches Material aus teilweise verdauter Nahrung und verglichen es mit umfassenden DNA-Datenbanken. So konnten sie exakt feststellen, welche Arten die Anemonen verspeist hatten – inklusive seltener oder abgebauter Beute.

„Wir haben die Liste ihrer Nahrung erheblich erweitert. Sie fressen alles Erreichbare, das nicht zu groß oder zu klein ist und nicht entkommen kann“, erklärt Erstautor Dr. Christopher Wells, Postdoktorand an der University of Buffalo. „Neben typischem marinen Plankton machten bei der Untersuchung etwa 10 Prozent der Nahrung terrestrische Ameisen aus.“

Riesen-Federanemonen erreichen bis zu einem Meter Höhe. Ihre hohe Säule trägt flauschige, weiße, blumenkohlähnliche Tentakel, mit denen sie Nahrung sammeln und in den Mund befördern.

Sie besiedeln den östlichen Pazifik von Alaska bis Kalifornien, haften auf Felsen oder Oberflächen. Solche Ernährungsanalysen sind entscheidend, um marine Ökosysteme und Gemeinschaften zu verstehen.

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„Über einem Anemonenfeld filtert das Plankton durch Millionen Greiftentakel“, betont Wells. „Das verändert die Zusammensetzung der Planktongemeinschaft – wichtige Nahrungsquelle für Muscheln und Fische.“

Die Ameisen wurden als blassbeinige Feldameisen (Lasius pallitarsis) identifiziert. Die Forscher vermuten: Im August, während der Paarungsflüge, treibt der Wind geflügelte Ameisen ins Wasser. „Sie sind schwache Flieger und landen so auf der Speisekarte der Anemonen.“

Nachbar-Anemonen wiesen variierende Diäten auf – nicht aus Vorlieben, sondern je nach Verfügbarkeit. „Sie essen opportunistisch, was sie erwischen“, sagt Wells.

Neben Ameisen tauchte vereinzelt Spinnen-DNA auf. Manche Sequenzen blieben unbestimmt – ein Hinweis auf die unentdeckten Schätze der Ozeane.