Einige Eidechsenarten, darunter Geckos, können bei Bedrohung durch Raubtiere ihren Schwanz abwerfen. Der zuckende Schwanz lenkt das Raubtier ab und ermöglicht der Eidechse die Flucht.
Überleben schwanzlose Geckos jedoch genauso gut wie intakte Exemplare? Forscher der University of California, Riverside, haben dies getestet: Weststreifengeckos jagen Insekten ebenso erfolgreich – mit oder ohne Schwanz.
"Frühere Studien haben die Nachteile des Schwanzverlusts bei Laufleistung, Sprüngen, Paarung und Fortpflanzung dokumentiert", erklärt Hauptautorin Marina Vollin. "Wenig erforscht war bisher, wie sich der Schwanzverlust auf die Fähigkeit zur Nahrungsaufnahme auswirkt – ein Schlüsselfaktor für Regeneration und Überleben."
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Um den Einfluss des Schwanzes auf die Jagderfolge zu prüfen, beobachteten die Wissenschaftler intakte und frisch schwanzlose Geckos bei der Grillenjagd in einem kontrollierten Gehege.
Schwanzlose Geckos hatten vor und während des Angriffs mehr Probleme mit dem Gleichgewicht. Ihre maximale Schlaggeschwindigkeit war niedriger, was die Rolle des Schwanzes bei der Beuteerfassung unterstreicht. Dennoch fingen sie etwa 77 Grillen – eine Erfolgsrate, die mit der intakter Geckos identisch ist.
In der freien Wildbahn könnte das Bild anders aussehen, warnen die Forscher.
"Nach der Autotomie erleben Geckos in der Natur vermutlich einen Rückgang der Fressleistung, angesichts komplexerer Habitate und größerer Fluchtmöglichkeiten der Beute", so Co-Autor Dr. Tim Higham. "Es gilt, ihr Verhalten unter natürlichen Bedingungen genauer zu untersuchen."
Die Regeneration eines Schwanzes dauert bei Weststreifengeckos bis zu einem Monat. Das Team plant, zu prüfen, ob die volle Beweglichkeit danach wiederhergestellt ist. Diese Eidechsen sind in Mexiko und dem Südwesten der USA ökologisch essenziell: Sie kontrollieren Insekten und Skorpione, dienen aber auch als Nahrung für Vögel, Schlangen und Säugetiere.
"Man nennt sie den 'Popcorn der Natur', weil sie reichlich vorkommen und leicht zu fangen sind", ergänzt Vollin. "Sie bilden die Basis der Nahrungskette."