Vor 66 Millionen Jahren schlug ein Asteroid auf der Halbinsel Yucatán in Mexiko ein und löste durch den plötzlichen Klimawandel ein massives Aussterben aus. Das Ökosystemvakuum, das die Dinosaurier hinterließen, wurde rasch von Säugetieren gefüllt – einer Artengruppe, die wir heute bestens kennen.
Das „Zeitalter der Säugetiere“, auch Känozoikum genannt, ist die aktuelle geologische Epoche der Erde, benannt nach der Dominanz terrestrischer Säugetiere. Sie begann nach dem Untergang der Dinosaurier. Neue Forschungsergebnisse zeigen jedoch: Frühe Säugetiere diversifizierten sich deutlich schneller als lange angenommen.
Paläontologen der University of Colorado in Boulder haben drei neue Säugetierarten entdeckt, die nur wenige Hunderttausend Jahre nach dem Aussterben der Dinosaurier lebten. Jede Art weist einzigartige Zahnmerkmale auf, die sie von zeitgenössischen Verwandten unterscheiden.
„Als die Dinosaurier verschwanden, öffneten sich neue Nahrungsquellen und Lebensräume. Säugetiere nutzten dies, um ihre Zahnanatomie rasch zu verfeinern, sich zu diversifizieren und größere Körpergrößen zu entwickeln“, erklärt Hauptautorin Madelaine Atteberry vom Department of Geological Sciences der University of Colorado.
„Sie ergriffen diese Chance, wie die schnelle Entstehung neuer Arten kurz nach dem Massensterben belegt.“

Diese drei Arten zählen zu den „archaischen Huftieren“, Vorläufern moderner Huftiere. Ihre Fossilien – Zähne und Kieferknochen – stammen aus dem Great Divide Basin in Wyoming, USA.
Obwohl sie wahrscheinlich pflanzenfressend waren, deuten die Forscher auf eine omnivore Ernährung hin: Ihre Zähne eigneten sich für Fleisch und Pflanzen.
Der größte Vertreter ist nach der Hobbit-Figur Beorn benannt, einem Gestaltwandler zwischen Mensch und Bär. Beornus honeyi besaß große Prämolaren und Backenzähne und erreichte die Größe einer Katze – deutlich größer als die maus- oder rattenkleinen Säugetiere zur Dinosaurierzeit.
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Die anderen Arten, Conacodon hettingeri und Miniconus jeanninae, ähneln zeitgleichen Verwandten, unterscheiden sich jedoch durch spezifische Zahnmerkmale.
„Bisherige Studien gingen von geringer Artenvielfalt im frühen Puercan (westliches Inneres Nordamerikas) aus. Doch diese drei Neufunde aus dem Great Divide Basin belegen eine explosive Diversifizierung“, betont Atteberry.
„Die Säugetiervielfalt im frühesten Paläozän ist noch nicht vollständig erfasst. Wir erwarten weitere neue Arten.“