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Kuh-Toiletten revolutionieren Klimaschutz: Toilettentraining reduziert Ammoniak-Emissionen um bis zu 56 %

Die meisten von uns wissen, dass Kühe beim Aufstoßen Methan freisetzen – ein starkes Treibhausgas, das wesentlich zum Klimawandel beiträgt.

Noch weniger bekannt: Beim Absetzen von Kot und Urin geben Kühe große Mengen Ammoniak frei, das die Umwelt schädigt.

Ammoniak kontaminiert zwar nicht direkt die Luft, verseucht aber Wasser und Böden, gefährdet Mensch, Tier und Ökosystem. Im Boden wandeln Mikroben es in Lachgas um – das dritthäufigste Treibhausgas.

Viele Experten optimieren die Futterration, um Emissionen zu senken. Eine Studie zeigte kürzlich: Algenfutter reduziert Methan um über 80 %. Für Ammoniak brauchten Forscher einen innovativen Ansatz – und schauten in die Toilette.

"Normalerweise geht man davon aus, dass Rinder ihren Stuhlgang nicht kontrollieren können", erklärt Tierpsychologe Dr. Jan Langbein, Co-Autor einer neuen Studie. "Doch Kühe sind intelligent und lernfähig. Warum nicht Toilettentraining?"

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Die Studie in Current Biology beweist: 16 Kälber lernten innerhalb weniger Wochen das Toilettentraining. Elf nutzten erfolgreich ihre spezielle "MooLoo".

Die Erfolgsquote übertrifft sogar die von Kleinkindern, betonen die Forscher.

Das Training begann im Stall: Belohnung mit Futter für Urinieren in der MooLoo. Dann Freilauf mit Zugang – testete Selbstkontrolle.

"Toilettengang erfordert Bewusstsein der Blasenfüllung, Unterdrückung von Reflexen, Latrinenwahl und bewusste Entspannung des Schließmuskels", schreiben die Autoren.

Unfälle außerhalb wurden sanft sanktioniert: Zuerst unangenehme Töne via Kopfhörer, später Wasserspritzer – effektiv und tierfreundlich.

Kuh-Toiletten revolutionieren Klimaschutz: Toilettentraining reduziert Ammoniak-Emissionen um bis zu 56 %

Mit dieser Methode lassen sich 80 % des Rinderurins auffangen und Ammoniak-Emissionen um 56 % senken.

Die Technologie ist noch nicht betriebsreif, doch das Team plant Herden-Training und Automatisierung.

"Bald könnten alle Kühe auf die Toilette gehen", hofft Dr. Langbein.