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Wolfsmilchschmetterlinge jagen lebende Raupen: Revolutionäre Entdeckung aus Indonesien

Schmetterlinge gelten als zarte, nektarschlürfende Wesen. Doch Forschende der University of Sydney haben bei Wolfsmilchschmetterlingen (Milkweed-Butterflies) ein schockierendes Verhalten beobachtet: Mit scharfen Klauen kratzen sie Raupen an, um deren Säfte aufzusaugen.

Wolfsmilchschmetterlinge gehören zur Familie der Nymphalidae, zu der auch der bekannte Monarchfalter zählt.

Als Raupen fressen sie giftige Wolfsmilchpflanzen und speichern die Toxine als Schutz vor Vögeln und Raubtieren. Im adulten Stadium warnen ihre leuchtenden Farben potenzielle Fressfeinde. Männchen nutzen diese Stoffe zudem zur Produktion von Paarungspheromonen und suchen aktiv nach Nachschub.

Normalerweise beziehen sie diese Chemikalien aus Pflanzen. In Nord-Sulawesi, Indonesien, haben sie jedoch eine Vorliebe für Raupen entwickelt – lebende wie tote gleichermaßen.

„Dies ist das erste Mal, dass dieses Verhalten dokumentiert wurde“, erklärt Yi-Kai (Kai) Tea, Doktorand an der University of Sydney und Hauptautor der Studie.

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„Dieses Verhalten passt nicht in klassische Kategorien wie Raub, Parasitismus oder Mutualismus und fordert die Evolutionsbiologie heraus. Wir nennen es ‚Kleptopharmakophagie‘ – chemischer Diebstahl zum Verzehr“, so Tea.

Die Schmetterlinge nutzen ihre feinen, scharfen Tarsalklauen an den Beinen, um sich festzuhalten und Säfte freizukratzen, die sie mit dem langen Rüssel aufnehmen.

„Raupen sind quasi volle Säcke mit zerkleinerten Blättern – denselben, die reich an den gesuchten Chemikalien sind. Für adulte Schmetterlinge bieten sie eine praktische Alternative“, erläutert Tea. „Die Raupen wanden sich verzweifelt, um dem Angriff zu entkommen.“

Wolfsmilchschmetterlinge jagen lebende Raupen: Revolutionäre Entdeckung aus Indonesien

Bisher waren nur Raupen bei der Futteraufnahme aus Insektenkadavern beobachtet worden. Lebende Raupen als Opfer sind neu. Ob das Kratzen tödlich ist, bleibt offen.

„Diese Beobachtungen öffnen Türen für zukünftige Forschung: Welche Stoffe ziehen die Schmetterlinge an? Tritt das global auf?“, betont Tea.