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Der Blobfisch: Mythen enträtselt – Das wahre Gesicht des Tiefseefischs und seine Anpassung an die Tiefe

Der Blobfisch, auch Klecksfisch genannt, hat sich als Internet-Star etabliert – mit einem Gesicht, das nur ein Mutterherz lieben kann. Dieser Tiefseefisch aus der Familie Psychrolutidae fasziniert durch seine ungewöhnliche Erscheinung und hat Memes, Plüschtiere und Emojis inspiriert.

Doch was wissen wir wirklich über diesen faulen Grundfresser? Warum wirkt er so traurig? Und welche Lehren zieht der Naturschutz daraus? Als Meeresbiologen und Experten wie Simon Watt betonen, offenbaren sich in seiner Biologie wichtige Einblicke in die Tiefsee.

Zunächst der Name: 'Blobfisch' oder 'Klecksfisch' bezieht sich auf Arten der Familie Psychrolutidae. Bekanntester Vertreter ist Psychrolutes microporos, dessen erstes Exemplar 1983 vor Neuseeland entdeckt wurde. Die offizielle Beschreibung erfolgte erst 1991. Trotz weiterer Funde in Schleppnetzen bleiben viele Fragen offen.

Der Durchbruch kam 2003 mit einem Foto eines gallertartigen Exemplars, das zum Internet-Hit wurde. 2013 wählten Fans der Ugly Animal Preservation Society, gegründet von Biologe Simon Watt, 'Mr. Blobby' zum hässlichsten Tier der Welt – um zu zeigen, dass nicht nur niedliche Arten Schutz verdienen.

Der Blobfisch: Mythen enträtselt – Das wahre Gesicht des Tiefseefischs und seine Anpassung an die Tiefe

Was ist ein Blobfisch?

Vor seiner Meme-Ruhm war der Blobfisch eine wissenschaftliche Rarität. Als Tiefseefisch der Psychrolutidae-Familie wird er auch Fettkopf genannt. Sein ikonischer Look trügt: Er entsteht erst durch den Aufstieg an die Oberfläche.

Warum sieht der Blobfisch so aus?

Blobfische leben in 600 bis 1.200 m Tiefe, wo der Druck bis zu 100-mal höher ist als an der Oberfläche. Ihr Körper ist weich, mit minimalen Muskeln und matschigen Knochen – perfekt angepasst.

Bei der Fischerfahrt dekomprimiert der Fisch, dehnt sich aus und verliert seine Form. Die Haut entspannt, die Nase wölbt sich – so entsteht das bekannte Bild. 'Das ikonische Foto zeigt einen toten Fisch', erklärt Simon Watt. 'Unter Wasser sehen sie fischiger aus, nicht deprimiert.'

Vergleichbar mit einem Menschen ohne Taucherausrüstung in der Tiefe: Wir würden ähnlich leiden.

Wie sieht ein Blobfisch unter Wasser aus?

In situ wirkt er wie ein normaler Fisch: bauchiger Kopf, schwarze Augen, gefiederte Flossen. Der rosa-graue Körper verjüngt sich schwanzwärts, ähnlich einer Kaulquappe. Typische Größe: unter 30 cm, Gewicht: unter 2 kg.

Der Blobfisch: Mythen enträtselt – Das wahre Gesicht des Tiefseefischs und seine Anpassung an die Tiefe

Wie schwimmen Blobfische?

Mit minimalem Energieaufwand. Ohne Schwimmblase dümpeln sie neutral buoyant durch hohen Fettgehalt – dichter als Wasser, aber schwimmfähig. 'Wie Öl auf Wasser', beschreibt Watt. Sie schweben ruhig, sparen Energie – eine effektive Tiefsee-Strategie.

Was fressen Blobfische?

Durch Lethargie lauern sie passiv: Krebstiere, Schnecken oder Beute, die vorbeischwimmt, wird erhascht. Diese Wartetaktik ist bei Tiefseeräubern üblich.

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Wo leben Blobfische?

Psychrolutidae sind pazifik-, atlantik- und indikweit verbreitet. Psychrolutes microporos und Verwandte wie Psychrolutes marcidus besiedeln Gewässer um Australien und Neuseeland ab 500 m Tiefe.

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Wie sehen Baby-Blobfische aus?

Gefälschte Bilder kursieren online, echte Larven sind unbekannt. Fortpflanzung ist rätselhaft; Paare könnten sich festhalten. Einige Arten legen Tausende Eier auf Felsen und bewachen sie kollektiv.

Wie lange leben Blobfische?

Unklar, doch Tiefseefische wachsen langsam und werden alt – z. B. Grobaugen-Drachenbarsch über 200 Jahre. Ähnlich bei Blobfischen.

Der Blobfisch und Naturschutz

Bedrohung unklar durch fehlende Daten zu Population, Feinden oder Umwelteinflüssen. 'Fast alle Tiefseefische sind vulnerabel', warnt Watt. Trawler-Netze sind Risiko; langsame Reproduktion verzögert Erholung.

Dennoch sensibilisiert der Blobfisch effektiv: Watts Kampagne hebt 'hässliche' Arten hervor. Wirbellose machen 79 % der Tiere aus, erhalten aber nur 11 % der Forschung. 'Naturschutz braucht Humor, um alle zu erreichen', sagt er.

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