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Riesenhausspinnen: Werden sie im Herbst wirklich größer?

John Keats feierte den Herbst als „Saison der Nebel und sanften Fruchtbarkeit“. Für viele mit Spinnenphobie ist er jedoch die Hochsaison der Achtbeiner. Mit den kühler werdenden Abenden huschen große Spinnen über den Boden – ein Anblick, der regelmäßig zu „Natur-Schreckensgeschichten“ in den britischen Medien führt. Aber stimmt es wirklich, dass diese Spinnen jährlich größer werden?

Die großen Exemplare in unseren Häusern werden umgangssprachlich als „Hausspinnen“ bezeichnet. Wissenschaftlich gehören sie zu den Gattungen Tegenaria und Eratigena. Verschiedene Arten ähneln sich stark und erreichen als Adulten beeindruckende Größen: Manche haben eine Beinspannweite von über 10 cm – groß genug, um selbst Starknerven zu prüfen.

Der Eindruck wachsender Spinnengrößen hat plausible Erklärungen. Im Sommer wachsen sie noch, bleiben aber unauffällig. Im Herbst streifen adulte Männchen auf der Suche nach Weibchen umher, sodass wir plötzlich mehr und größere Tiere sehen. Hinzu kommt die menschliche Wahrnehmung: Vor hellen Teppichen oder weißen Badewannen wirken sie gigantisch, besonders für Spinnen-Skeptiker.

Menschen verwechseln zudem Arten: Die kleinere Tegenaria domestica ist alltäglich, die größere Eratigena atrica schockiert. Als Raubtiere profitieren Spinnen von einem ergiebigen Sommer für ihre Beute, was zu besserer Ernährung und potenziell größerer Größe führt.

Diese Faktoren erklären den optischen Effekt, nicht echtes Wachstum. Doch eine Studie aus Australien gibt dem Mythos neuen Schwung: Forscher in Sydney untersuchten goldene Kugelspinnen-Weibchen aus Stadtparks bis Buschland. Sie maßen Körpergröße, Zustand und Eierstöcke. Ergebnis: Städtische Spinnen waren deutlich größer und legten mehr Eier.

Ursachen: Wärme durch Gebäude, Beton und Asphalt beschleunigt das Wachstum. Zudem bieten Städte reichlich Beute – Straßenlampen locken Insekten an, wo Spinnen ihre Netze spinnen.

Ob europäische Hausspinnen ähnlich reagieren, ist offen. Unsere urbanen Lebensräume verändern Wildtiere nachhaltig.

  • Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 371 des BBC Science Focus Magazinehier können Sie abonnieren.

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