Seit dem 1. April dürfen im Vereinigten Königreich keine metalldehydhaltigen Schneckenkörner mehr besessen oder verkauft werden. Dieses Verbot basiert auf Empfehlungen des britischen Expertenausschusses für Pestizide (ECP) und der Health and Safety Executive (HSE), da die Chemikalie erhebliche Umwelt- und Tierbelastungen verursacht.
Metaldehyd gefährdet Vögel, Amphibien und Säugetiere – einschließlich Igel, Katzen und Hunde –, die die Pellets direkt fressen oder kontaminierte Schnecken aufnehmen.
Die Substanz stört die Schleimproduktion bei Nacktschnecken und Schnecken, was ihre Verdauung, Fortbewegung behindert und sie austrocknen lässt. Betroffene Tiere sterben innerhalb weniger Tage.
Schneckenkorn mit weniger toxischem Eisenphosphat bleibt erlaubt. Es stoppt das Fressen der Schnecken.
So schützen Sie Ihre Pflanzen vor Schnecken – bewährte Strategien
Dr. Hayley Jones, Entomologin der Royal Horticultural Society (RHS) und Schneckenexpertin, rät: Schneckenkorn sollte die letzte Maßnahme sein. Besser starten Sie mit Prävention.
„Pflanzen Sie Sämmlinge erst aus, wenn sie kräftig genug sind, um leichten Fraß zu überstehen“, empfiehlt sie. „Bei Anfressspuren patrouillieren Sie nachts und sammeln die Schnecken manuell – umsiedeln oder entsorgen.“
Forschen Sie zudem nach schneckenresistenten Pflanzen: Strauchige, holzige oder mit wachsigen, pelzigen Blättern sind weniger attraktiv. RHS-Empfehlungen:
- Löwenmäulchen
- Fingerhut
- Fenchel
- Tränendes Herz
- Witze
- Kapuzinerkresse
- Pelargonien
- Geranien
- Fuchsien
- Akelei
Falls nötig, setzen Sie biologische Nematoden ein: Mischen Sie das Mittel mit Wasser und gießen Sie es über Pflanzen und Beete. Diese Parasiten wirken primär gegen Nacktschnecken. „Perfekt für Hochbeete“, sagt Jones. „Es tötet nicht nur oberirdische, sondern auch bodenlebende Schnecken.“
Der Nematode ist in Großbritannien heimisch – Sie verstärken nur die natürliche Population. „Interessant: Nicht der Parasit selbst tötet, sondern von ihm freigesetzte Bakterien. Diese vermehren sich dann im abgestorbenen Schneckenmaterial.“

Funktionieren Hausmittel wie Salz, Eierschalen oder Kupferband wirklich?
Traditionelle Barrieren wie Eierschalen, Salz oder Kupferband? „Wissenschaftliche Belege fehlen weitgehend“, erklärt Jones. Ihre eigene Studie mit Kupfer, Rindenmulch, Kies, Eierschalen und Wollpellets auf Salatpflanzen ergab nach sechs Wochen keinen signifikanten Schutzunterschied zu unbehandelten Pflanzen.
„Schnecken meiden raue oder trockene Oberflächen – produzieren aber extra Schleim, wenn sie hydriert sind. Und Leckerlis auf der anderen Seite motivieren sie zum Überkriechen.“
Salz? „Schädlich für Boden und Pflanzen – unklar, wie es effektiv anzuwenden wäre.“
Bierfallen fangen viele Schnecken, reduzieren aber nicht nachweislich Pflanzenschäden. „Offene Frage: Ziehen sie die Falschen an oder sogar aus der Ferne? Risiko für Laufkäfer und andere Nützlinge.“
Warum Schnecken unverzichtbar sind
In Großbritannien leben rund 44 Landnacktschneckenarten, doch nur neun schädigen Pflanzen. Die meisten recyceln Abfall, Pilze und Algen – als Gartensanierer.
Schwerverbrecher: Die 4 cm große Graue Wegschnecke, die sich in Salat und Kohl versteckt.
Trotzdem: Schnecken sind Schlüssel im Ökosystem – Nahrung für Vögel, Igel, Frösche & Co. „Großbritanniens Klima begünstigt sie. Ausrotten unmöglich und riskant“, warnt Jones. „Nehmen Sie eine neutrale Haltung ein: Nicht jede Schnecke ist Feind.“
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