Haben Sie sich je gefragt, warum Flamingos diese markante Rosa-Färbung haben? Die Wahrheit ist: Bei der Geburt sind sie es nicht. Junge Flamingos zeigen grau-weiße Federn, die erst durch ihre spezielle Ernährung rosa werden, wie in der BBC-Dokumentation Life In Colour eindrucksvoll gezeigt.
Sie ernähren sich von Artemia (Salzkrebsen) und blaugrünen Algen – Nahrung, die für viele andere Tiere tödlich wäre.
„Flamingos leben in unwirtlichen, alkalischen Feuchtgebieten, deren pH-Wert so hoch ist, dass er menschliches Fleisch von den Knochen brennen könnte. Dort finden sie ungenutzte Nahrungsquellen wie Krebstiere, Cyanobakterien und Diatomeen. Diese enthalten giftige Carotinoide, die für andere Tiere gefährlich sind“, erklärt Dr. Paul Rose, Zoologe an der University of Exeter und Flamingo-Experte.
Dank eines spezialisierten Stoffwechsels verarbeiten Flamingos diese Chemikalien in ihrer Leber zu harmlosen Pigmenten um. Genau diese Pigmente färben ihre Federn rosa – und mehr: „Ihre Haut, Schleimhäute, Eigelb und sogar ihr Fett sind rosa bis orange gefärbt“, ergänzt Rose.
Wichtig: Nur rosa Pigmente wirken so. Blaue Farbstoffe führen nicht zu blauen Flamingos!

Neben der Ernährung spielt die Farbe in der Paarungszeit eine Schlüsselrolle: „Je pinker der Flamingo, desto gesünder und erfolgreicher bei der Nahrungssuche – ideal, um Partner im Balzritual anzuziehen“, sagt Rose.
Wo leben Flamingos?
Es gibt sechs Flamingoarten: Großer Flamingo, Chilenischer Flamingo, Karibischer Flamingo, Kleiner Flamingo (Zwergflamingo), Andenflamingo und Jakobsflamingo.
Der Große Flamingo (110–150 cm, bis 4 kg) ist der größte und am weitesten verbreitet: Afrika, Südeuropa, Indischer Subkontinent, Naher Osten.
Der Karibische Flamingo brütet in Südamerika und der Karibik, reicht bis Südflorida und ist der rosaste.
Chilenischer, Anden- und Jakobsflamingo leben in Südamerika, oft zusammen in Herden; der Chilenische hat das größte Verbreitungsgebiet.
Der Zwergflamingo (80–90 cm, 1,2–2,7 kg) ist der Kleinste und besiedelt Afrika südlich der Sahara sowie Nordwestindien.

Können Flamingos fliegen?
Trotz ihrer Größe fliegen Flamingos. Sie laufen anlaufend mit Flügelschlägen und erreichen 50–60 km/h. Bei langen Strecken (bis 600 km/Nacht) fliegen sie nachts in 3–4 km Höhe – kühler und raubtierfrei.
Was ist ein Flamingo-Balztanz?
Jede Art hat eigene Rituale, doch alle teilen Kernbewegungen. Große Männchen starten mit „Kopfzerbrechen“ (Kopf von Seite zu Seite). Andere schließen sich an – beide Geschlechter tanzen demokratisch.
„Flamingos sind nicht wie Pfauen: Beide Geschlechter performen“, betont Rose. Es folgen Flügelschläge und Rudelgalopps.
„Die Partnerwahl basiert auf bestem Tanz und Farbe“, erklärt er. Außerhalb der Brutzeit verblassen Pigmente – weiß signalisiert Erschöpfung.
Wie nennt man eine Gruppe von Flamingos?
Beim Füttern heißen sie „Ständer“. Beim Balztanz „Extravaganz“.