Zwischen 1969 und 1972 landeten NASA-Astronauten zwölfmal auf dem Mond. Von Neil Armstrongs ersten Schritten bis hin zur Erkundung der Oberfläche, Experimenten und Probenrückführung erweiterten sie unser Wissen über unseren Himmelskörper-Nachbarn.
Diese historischen Erfolge waren teuer: Nach Schätzungen der Planetary Society kostete das Apollo-Programm inflationsbereinigt rund 280 Milliarden US-Dollar – mehr als das BIP von 78 Prozent der Weltländer. Berücksichtigt man das US-BIP-Wachstum seit den 1970er-Jahren, ergibt sich sogar eine Summe von 641 Milliarden US-Dollar.
Die Finanzierung erfolgte aus Steuergeldern, doch das Interesse schwand, als der Mond sechsmal besucht worden war. Prioritäten wie Schulen und Krankenhäuser rückten in den Vordergrund.
Heute tobt ein neues Weltraumrennen: In den kommenden Jahren starten zahlreiche Missionen zum Mond. Was hat sich geändert?
Erstens tragen Steuerzahler nicht mehr allein die Kosten. Private Unternehmen wie SpaceX von Elon Musk haben mit wiederverwendbaren Raketen die Startkosten gesenkt. Die NASA kooperiert bereits bei ISS-Versorgung und plant Mondlander-Missionen.
Zweitens eröffnet Weltraumtourismus Einnahmen: Milliardäre könnten Mondumrundungen oder Oberflächenaufenthalte buchen, um Erkundungen zu finanzieren.
Drittens bergen Mondmissionen wertvolle Ressourcen für dauerhafte Präsenz und Weltraumbergba u. Unternehmen investieren in Prospektion, unterstützt durch Tourismus.
Viertens spielt Geopolitik: China plant Taikonauten-Landungen, die NASA kehrt mit Artemis zurück. Das Rennen ist eröffnet.
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Was bringen die Missionen?
Das Ziel: Eine dauerhafte Mondbasis. Viele Missionen prüfen dies, besonders am Südpol mit Wassereis.
"Seit einiger Zeit mehren sich die Beweise dafür, dass Wassereis in permanent beschatteten Polarkratern eingeschlossen ist", erklärt Prof. Ian Crawford, Weltraumressourcen-Experte an der Birkbeck University of London.
Indiens Chandrayaan-1 entdeckte 2008 Wasser, NASA-LCROSS 2009 bestätigte es im Cabeus-Krater. Neue Missionen kartieren es weiter; China plant sogar eine Mini-Sonde. Artemis III (ca. 2026) zielt auf den Südpol.

Die NASA baut mit Partnern den Lunar Gateway als Orbitalstation – ideal für Echtzeit-Roversteuerung ohne Erdsignalverzögerung.
Strahlung bleibt Herausforderung: Ohne Erdmagnetfeld und Atmosphäre messen Missionen Schutzstrategien.
Apollo-Proben liefern Einblicke, doch offene Fragen (z. B. Vulkanaktivität) erfordern mehr Rückführungen. NASA testet mit Firmen wie Astrobotic kommerzielle Lander.
Welche Mondressourcen gibt es?
Metalle

Der Ausstieg aus Fossilen braucht seltene Erden für E-Autos, Solar und Wind. Apollo-Proben zeigen Vorkommen auf dem Mond. Crawford: "Vielleicht wirtschaftlich schlechter, aber ökologisch vorteilhaft." Abbau könnte umweltschonend sein, wo irdischer zu schmutzig wird – ein Multi-Milliarden-Markt.
Helium-3

In der Energiekrise glänzt Kernfusion. Helium-3-Fusion mit Deuterium verspricht saubere Energie. Helium-3 (1,4 Mio. USD/kg auf Erde) reichert Sonnenwind den Mond an (20 ppb in Regio Tranquillitatis). Potenzieller Wert: 1,5 Billiarden USD.
Wasser

Wasser (1 Tonne/m³) kostet >1 Mio. USD in Orbit. Mondwasser ist Gold: Trinkwasser, Sauerstoff, Treibstoff (H2/O2 via Elektrolyse). NASAs VIPER (2023) sucht Südpol-Eis (potenziell 600 Mio. Tonnen, Wert 10 Mio. USD/Tonne). Mond als Sonnensystem-Tankstelle.
Wem gehört der Mond?
Lunar-Embassys verkaufen "Grundstücke" (25 USD), doch rechtlich Grauzone. UN-Weltraumvertrag (1967): Kein Staatsbesitz, freie Nutzung. Crawford: "Nationalstaaten ausgeschlossen, Privatfirmen unklar."
USA legalisierte 2015 Space Mining; andere folgten. Mondvertrag (1979) scheiterte. Analogie: Hohe See – Ressourcen gehören dem Extrahierenden.
Dr. Evie Kendal (Swinburne Uni): Res communis – Nutzungsrecht, kein Eigentum. Bergbau-Arbeiterrechte: Garantierte Rückkehr nötig, da Arbeitgeber "Luft kontrollieren".

Zeitachse: Rückkehr zum Mond
Überblick über Missionen – real und visionär.
Mai 2022

NASA CAPSTONE testet Gateway-Orbit.
Juli 2022

Roscosmos Luna 25 am Südpol (Boguslawsky).
August 2022

Südkorea Pathfinder: Ressourcen-Kartierung.
Oktober 2022

ispace Hakuto-R M1 + UAE-Rover.
Ende 2022

Intuitive Machines IM-1/2: Kommerzielle Nutzlasten.
2023

SpaceX dearMoon: Maezawas Touristen.
- Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 376 des BBC Science Focus Magazine – Hier abonnieren
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