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Asteroidenabwehr: NASA und ESA testen mit DART und Hera den Schutz der Erde

Erinnern Sie sich an den Film Armageddon? Darin steigt Bruce Willis in ein Space Shuttle und detoniert eine Atombombe, um einen texasgroßen Asteroiden kurz vor dem Einschlag auf die Erde zu zerstören und das Leben zu retten.

Obwohl der Film wissenschaftlich nicht ganz präzise ist, macht die gemeinsame NASA-ESA-Mission Asteroid Impact and Deflection Assessment (AIDA) Teile davon real. Als Astronomen mit jahrelanger Expertise in der planetaren Verteidigung erkläre ich, wie diese Mission unsere Erde vor kosmischen Bedrohungen schützen könnte.

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Ende Juli 2021 startet der erste Schritt, der NASA-Double Asteroid Redirection Test (DART), von Cape Canaveral zu einem kontrollierten Einsatz. Nach 14 Monaten Jagd prallt DART in das binäre Asteroidensystem Didymos. Ziel: Nicht Zerstörung, sondern eine minimale Änderung der Umlaufgeschwindigkeit des Mondasteroiden – eine Technik, die potenziell unseren Planeten retten könnte.

Armageddon abwenden

Asteroidenbedrohungen variieren stark in der Größe – und keiner ist harmlos. Die schlimmsten sind "globale Killer" mit über 10 km Durchmesser. Solch ein Objekt löschte vor 65 Millionen Jahren die Dinosaurier aus.

Glücklicherweise sind wir zu 95 % sicher, dass in den nächsten 100 Jahren kein solcher Asteroid droht, betont Prof. Alan Fitzsimmons, Astronom an der Queen’s University Belfast und Experte für Near-Earth-Objects.

Asteroidenabwehr: NASA und ESA testen mit DART und Hera den Schutz der Erde

Das wissen wir, da große Asteroiden hell und gut kartiert sind. Keiner bedroht uns derzeit.

Kleiner, dunkler Asteroiden sind das Problem: "Die meisten kleineren haben wir noch nicht gefunden", erklärt Fitzsimmons. "Unsere Kataloge sind unvollständig – nicht aus Mangel an Bemühungen, sondern Ressourcen."

Asteroiden von 100–300 m Durchmesser gelten als "Stadtkiller". 1908 explodierte einer über Tunguska (Sibirien) und ebnete 2.000 km² Wald ein – bei London hätte es bis zur M25 gereicht.

Asteroidenabwehr: NASA und ESA testen mit DART und Hera den Schutz der Erde

2013 verletzte ein 20-m-Asteroid über Tscheljabinsk 1.600 Menschen durch eine Luft-Explosion.

"Die größte Gefahr kommt von einem 100–300-m-Asteroiden, den wir noch nicht kennen", warnt Fitzsimmons. "Er verwüstet alles in einem stadttypischen oder staatsgroßen Gebiet."

Asteroidenabwehr: NASA und ESA testen mit DART und Hera den Schutz der Erde

Der ESA-Teil Hera (benannt nach der Himmelsgöttin) trifft drei Jahre nach DART ein, um den Einschlag zu analysieren. Hollywoods Armageddon weckte frühes Interesse, wie ESA-Leiter Ian Carnelli berichtet.

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ESA-Experten wie Fitzsimmons prüften in den 2000ern Abwehr-Missionen. AIDA wurde als beste Option gewählt – teuer, aber machbar durch Kooperation.

Das perfekte Ziel

Technische Herausforderung: Minimale Geschwindigkeitsänderung messen. Dr. Andrew Cheng (Johns Hopkins) schlug ein binäres System vor. Didymos (1996 entdeckt): Großer Mond (780 m), Kleiner (Didymoon, 170 m) – idealerweise gefährlich für uns.

Asteroidenabwehr: NASA und ESA testen mit DART und Hera den Schutz der Erde

"Anders als bei Erdbeben können wir Asteroiden-Einschläge verhindern", sagt DART-Leiter Dr. Andrew Rivkin (Johns Hopkins). "Wir testen die Technologie jetzt."

DART rast mit 6–7 km/s auf Didymoon zu (11 Mio. km von Erde entfernt), erzeugt einen 10–15-m-Krater. NASA-Erfahrung: Deep Impact (2005) traf Komet Tempel 1.

Moderne Software sorgt für Präzision. Nach Einschlag: Erdteleskope messen Veränderung.

Asteroidenabwehr: NASA und ESA testen mit DART und Hera den Schutz der Erde

Nach dem Einschlag

2025 folgt Hera: Krater-Analyse offenbart Zusammensetzung, Masse, Dichte. "Diese Daten verbessern Simulationen für reale Bedrohungen", erklärt Carnelli.

Mehr zu Asteroiden: Unser Podcast mit Weltraumwissenschaftlerin Natalie Starkey.

Zukünftig: Drohender Asteroid → Analyse → Vergleich mit Didymoon → Optimale Ablenkung.

Asteroidenabwehr: NASA und ESA testen mit DART und Hera den Schutz der Erde

DART ist finanziert, Hera braucht 140 Mio. € (2022) + 160 Mio. €. 2016 scheiterte eine Vorgängerversion.

"Von bemalten Asteroiden zu etablierter Verteidigung – jetzt umsetzen", fordert Carnelli seit 2003.

Im echten Leben rettet uns kein Bruce Willis – aber Wissenschaft.