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Forscher entdecken Hinweise auf zweiten Exoplaneten um Proxima Centauri

Astronomen haben Hinweise auf einen zweiten Planeten entdeckt, der Proxima Centauri umkreist – den sonnennächsten Stern, nur vier Lichtjahre von der Erde entfernt.

Dieser rote Zwerg, etwa achtmal kleiner als unsere Sonne, wurde 2016 durch Proxima b bekannt, einen erdähnlichen Exoplaneten. Ein internationales Team, darunter Experten der University of Hertfordshire, identifizierte nun einen Kandidaten für einen weiteren Planeten geringer Masse.

Proxima c ist etwa halb so groß wie Neptun und zählt mit Proxima b zu den erdnächsten Exoplaneten.

Das Team analysierte 17 Jahre Daten und untersuchte zyklische Schwankungen im Lichtspektrum von Proxima Centauri. Der Stern „wackelt“ periodisch, was auf einen weiteren Planeten hindeutet. Proxima c umkreist seinen Stern alle 5,2 Jahre und könnte eine Super-Erde sein – mit einer Masse größer als die der Erde, aber deutlich geringer als die von Uranus oder Neptun.

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Messungen zeigen, dass Proxima c 1,5-mal weiter vom Stern entfernt ist als die Erde von der Sonne – somit deutlich kälter als Proxima b, wo flüssiges Wasser möglich ist.

Wird seine Existenz bestätigt, liefert Proxima c Einblicke in die Bildung massearmer Planeten um rote Zwerge. Es stellt Modelle zur Entstehung von Supererden infrage, da diese typischerweise nahe der Schneegrenze entstehen – Proxima c liegt jedoch weit dahinter.

Forscher entdecken Hinweise auf zweiten Exoplaneten um Proxima Centauri

Hugh Jones, Astrophysik-Professor an der University of Hertfordshire, erklärt: „Die Nähe des Systems und die weite Umlaufbahn machen Proxima c ideal für direkte Beobachtungen und ein tieferes Verständnis weiterer Planeten.“

„Durch langjährige Beobachtungen und präzise Datenanalyse konnten wir das Signal von Proxima c isolieren.“

Weitere Beobachtungen sind notwendig, um die Entdeckung zu sichern. Jones: „Wir freuen uns auf Bestätigungen mit neuen Instrumenten und Vergleiche mit unserem Sonnensystem.“

Die Studie erscheint in Science Advances.