Ein heller Stern, der mit bloßem Auge sichtbar ist, gewährt neue Einblicke in eine dramatische Kollision, die vor mehr als 11 Milliarden Jahren in der Milchstraße stattfand, wie Astronomen der University of Birmingham entdeckt haben.
Der Stern ν Indi (griechischer Buchstabe ν, ausgesprochen „nu“) im Sternbild Indus ist von der südlichen Hemisphäre aus beobachtbar. Solche Sterne gelten als „versteinerte Aufzeichnungen“, die wertvolle Informationen über ihre Geburtsumgebungen bergen.
Diese leuchtenden Gasriesen schwingen wie Musikinstrumente – ihre natürlichen Resonanzen können Aufschluss über die Entwicklung ganzer Galaxien geben.
Ein internationales Team unter Leitung der University of Birmingham nutzte Daten des NASA-Raumschiffs TESS (Transiting Exoplanet Survey Satellite, Start 2018) und kombinierte sie mit Messungen der ESA-Mission Gaia (Start 2013), um eine präzise 3D-Karte der Milchstraße zu erstellen.
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ν Indi entstand früh in der Milchstraße, wurde jedoch durch die Kollision mit der Zwerggalaxie Gaia-Enceladus aus ihrer Bahn gerissen.
Professor Bill Chaplin, Astrophysiker an der University of Birmingham und Erstautor der Studie, erklärt: „Die veränderte Bewegung von ν Indi zeigt, dass die Kollision nach seiner Entstehung erfolgte.“ Die Forscher datieren den Beginn der Verschmelzung auf etwa 11,6 Milliarden Jahre.

Co-Autor Dr. Ted Mackereth ergänzt: „Gaia-Enceladus hat unsere Galaxie maßgeblich geprägt. Diese Studie klärt, wann diese Kollision geschah – ein Schüsselthema der modernen Astronomie.“
Die vom Science and Technology Facilities Council und European Research Council geförderten Ergebnisse erscheinen in Nature Astronomy.