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SETI und TESS: Partnerschaft jagt Signale außerirdischer Intelligenz auf bewohnbaren Exoplaneten

Potenziell bewohnbare Planeten, entdeckt von der NASA-Raumsonde TESS, werden durch eine Kooperation mit der Breakthrough Listen-Initiative zu priorisierten Zielen für SETI – die Suche nach außerirdischer Intelligenz.

TESS, der Transiting Exoplanet Survey Satellite, folgt auf die hoch erfolgreiche Kepler-Mission, die 2.717 bestätigte Exoplaneten und 3.312 Kandidaten fand, meist um ferne Sterne.

Die große Distanz erschwert detaillierte Untersuchungen dieser Kepler-Planeten – inklusive der Suche nach Signalen technologischer Zivilisationen.

TESS hingegen scannt die hellsten und nächsten Sterne am Himmel, was Folgebeobachtungen der erwarteten 10.000 Exoplaneten erleichtert.

Mehr zur Jagd nach außerirdischem Leben:

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Unter diesen 10.000 Planeten erwarten Experten 50–100 Gesteinsplaneten in habitablen Zonen ihrer Sterne. Die habitable Zone definiert den Bereich, in dem ein Planet mit erdähnlicher Atmosphäre flüssiges Wasser ermöglichen könnte.

Trotz Unsicherheiten – wie fehlende Atmosphären oder hohe Strahlung – sind solche Planeten ideale Kandidaten für SETI.

Funk- und Laserstrahlen

Moderne SETI startete 1960 mit Frank Drakes Projekt Ozma, der ersten Suche nach außerirdischen Funksignalen. 1959 hatten Philip Morrison und Giuseppe Cocconi in Nature Radio als Kommunikationsmittel vorgeschlagen.

Radio durchdringt interstellaren Staub und Erdatmosphäre problemlos. 1959/60 war es etabliert, während Laser erst von Charles Townes erfunden wurden.

Heute umfasst SETI Funk- und optische Suchen nach gepulsten Lasern, die Sterne überstrahlen können.

Solche Laser existieren real: Der 5,2-Petawatt-Laser in Shanghai ist der leistungsstärkste der Welt.

Seit 2016 beschleunigt Breakthrough Listen – finanziert mit 15 Millionen Dollar jährlich von Yuri Milner – die Suche.

Leck suchen

TESS detektiert Exoplaneten durch Transite: Lichtabfall, wenn Planeten vor ihrem Stern ziehen. Dies erfordert eine Kantenansicht des Systems.

Andrew Siemion, Leiter von Breakthrough Listen an der UC Berkeley, sieht hierin einen SETI-Vorteil: „Aus menschlichen Aktivitäten wissen wir, dass Systemerkundung zu elektromagnetischen Lecks in der Orbital-Ebene führt.“

Keine schwachen TV-Signale, sondern starke Radar- oder Raumschiffs-Sendungen, wie Seth Shostak berechnet hat: Erdlecks wären selbst mit Arecibo bei Alpha Centauri unhörbar.

Mehr zur Kontaktaufnahme mit außerirdischem Leben:

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Siemion meint leistungsstarke Signale an Raumsonden oder Radar für Asteroiden/Venus/Merkur.

Technologische Gesellschaften würden ähnlich explorieren – wir könnten ihre Signale auffangen.

„Beobachtung kantengerichteter Systeme steigert unsere Chancen enorm“, sagt Siemion.

Vorbehalte: Radar ist episodisch, Raumschiffs-Signale wandern. SETI-Regel: Signale müssen wiederholbar sein, anders als das Wow!-Signal 1977.

Radars tragen keine Daten, doch Anomalien würden genauere Analysen provozieren.

Technosignaturen

Neben Funksuchen boomen Technosignaturen seit 2015: Citizen Scientists fanden bei Kepler Boyajians Star mit unregelmäßigen Transiten – zunächst als Megastruktur vermutet.

Es waren Staubklumpen, doch der Fall weckte Interesse an Dyson-Sphären (Freeman Dyson, 1960) oder geometrischen Strukturen (Luc Arnold, 2005).

Mehr zu außerirdischem Leben:

  • Wie würde außerirdisches Leben tatsächlich aussehen?
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Boyajians Star hat Technosignaturen salonfähig gemacht.

Maschinelles Lernen

Machine Learning clustert Transite: Normale Planeten, Flecken oder Binärs. Ausreißer wecken Interesse.

„Wir suchen generische Anomalien“, erklärt Siemion. Oft neue Naturphänomene oder Instrumentenfehler – TESS-Experten helfen bei Klärung.

Die Partnerschaft läuft: Breakthroughs Observatorien wie Allen Telescope Array, Green Bank, Lovell, FAST (größtes Einzelspiegel-Radioteleskop) sowie VERITAS und Automated Planet Finder scannen TESS-Funde.

„SETI-Interesse wächst weltweit“, betont Siemion. Bei Milliarden Sternen schrumpfen ETs Verstecke.