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NASA-InSight-Sonde bestätigt: Marsbeben durch tektonische Plattenbewegungen

  • Die NASA-InSight-Mission hat nachgewiesen, dass Marsbeben durch Bewegungen tektonischer Platten entstehen.
  • Seit der Landung im November 2018 wurden über 450 Marsbeben registriert.
  • Das lokale Magnetfeld erweist sich als zehnmal stärker als erwartet.

Die NASA-Sonde InSight, die das Innere des Mars erforscht, hat die seismische Aktivität des Roten Planeten bestätigt. Sie landete im November 2018 in der Elysium Planitia nach einer siebenmonatigen Reise von 300 Millionen Meilen durch den Weltraum.

Ein tieferes Verständnis seismischer Prozesse auf anderen Planeten kann Aufschluss über die Entstehung des Sonnensystems geben, betonen Wissenschaftler.

Dr. Bruce Banerdt, leitender Forscher der InSight-Mission und Hauptautor einer Studie, erklärt: „Wir haben erstmals bewiesen, dass der Mars ein seismisch aktiver Planet ist.“

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Das erste Marsbeben wurde im April 2019 erfasst. Bislang zählen Wissenschaftler über 450 Beben – klein im Vergleich zu irdischen, doch zwei ließen sich bis zur Quelle in Cerberus Fossae, 1.000 Meilen östlich der Lande Stelle, zurückverfolgen. Dieses geologisch aktive Gebiet unterstreicht tektonische Prozesse.

NASA-InSight-Sonde bestätigt: Marsbeben durch tektonische Plattenbewegungen

Forscher sehen hierin klare Hinweise auf Plattenbewegungen, nicht nur auf Abkühlung und Schrumpfung des Planeten. Die seismische Energie liegt zwischen der der Erde und des Monds.

Dr. Domenico Giardini von der ETH Zürich ergänzt: „Marsbeben ähneln denen des Monds in der Apollo-Ära, mit Signaldauern von 10 bis 20 Minuten durch die streuende Marskruste.“

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Seismische Wellen enthüllen das Marsinnere und seine Veränderungen. Am Landeplatz misst InSight ein zehnmal stärkeres lokales Magnetfeld als prognostiziert. Das Marswetter ähnelt dem irdischen, weist aber stärkere tägliche Schwankungen in Druck und Temperatur auf.

NASA-InSight-Sonde bestätigt: Marsbeben durch tektonische Plattenbewegungen

Dr. Don Banfield vom Center for Astrophysics and Planetary Science an der Cornell University erklärt: „Die dünne Atmosphäre erwärmt und kühlt sich rasch – nachts bis -95 °C, tagsüber nahe 0 °C.“

Schon einen Monat nach der Landung beobachtete InSight Staubteufel mit Windgeschwindigkeiten bis 60 Meilen pro Stunde.

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Das Team entdeckte zudem „Schwerkraftwellen“ – Auftriebsschwingungen, wie sie auch auf der Erde vorkommen. Dr. Banfield: „Wir erforschen, was sie über den Mars verraten. Das wird die kommenden Jahre prägen.“

Vorlaufige Ergebnisse der ersten 10 Monate erscheinen in Nature. Die 633-Millionen-Pfund-Mission dauert voraussichtlich noch ein Jahr.