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Chang'e 4: Chinas Mondmission enthüllt die gewalttätige Geschichte der Mondrückseite

  • Die chinesische Mission Chang'e 4 hat festgestellt, dass die Mondrückseite mit einer tiefen Schicht aus losem Gestein und Staub bedeckt ist.
  • Diese Schicht entstand durch Milliarden Jahre von Meteoriteneinschlägen.
  • Wissenschaftler sehen darin die Schlüssel zur Geologie der Mondrückseite.

Die chinesische Sonde Chang'e 4, die als erstes Raumschiff auf der Mondrückseite landete, hat eine Schicht aus losem Regolith – also Gesteins- und Staubablagerungen – auf der zuvor unerforschten Oberfläche entdeckt.

Diese Schicht, bekannt als Mondregolith, bildete sich über Milliarden Jahre durch anhaltende Meteoriteneinschläge. Die Ergebnisse, publiziert in der renommierten Fachzeitschrift Science Advances, zeigen, dass einige Ablagerungen eine Mächtigkeit von bis zu 12 Metern erreichen.

Bisher basiert unser Wissen über Mondregolith hauptsächlich auf Daten der Apollo-Missionen der NASA und der Luna-Programmen der Sowjetunion von der erdzugewandten Mondseite. Ob diese Bedingungen auch auf der Rückseite gelten, war bislang unklar.

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Dr. Elena Pettinelli, Professorin für Mathematik und Physik an der Università Roma Tre in Italien und Mitautorin der Studie, erklärte der Nachrichtenagentur PA: „Diese Abfolge von Auswurfdecken stammt aus Einschlagkratern, die während der Entwicklung der Mondoberfläche entstanden sind.“

„Es ist faszinierend, da wir die geologischen Abläufe dieser Ereignisse bis zu 40 Metern Tiefe klar erkennen können.“

Chang e 4: Chinas Mondmission enthüllt die gewalttätige Geschichte der Mondrückseite

Chang'e 4 (CE-4) landete am 3. Januar 2019 im Krater Von Kármán. Der Rover Yutu-2, der Steigungen von 20 Grad und Hindernisse bis 20 cm Höhe bewältigen kann, wurde 12 Stunden später eingesetzt, um die Umgebung zu erkunden.

Vorherige Landungen erfolgten ausschließlich auf der erdzugewandten Mondseite. Die Rückseite, die von der Erde aus nicht sichtbar ist, wurde zwar aus dem Orbit beobachtet, jedoch nie direkt erforscht.

Aus den Daten der ersten beiden Erkundungstage von Yutu-2 identifizierten die Forscher grobkörniges Material bis zu 24 Metern Tiefe.

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Durch die Kombination hochauflösender Rover-Bilder und Bodenradar-Scans bis 40 Metern Tiefe entstand ein detailliertes Bild der „inneren Architektur“ der Mondoberfläche. Obwohl das Radarsignal darunter versagt, vermuten die Wissenschaftler eine Fortsetzung dieser Schichten in größerer Tiefe.

Dr. Pettinelli betonte, dass die Yutu-2-Daten ergänzt durch frühere Missionen der nahen Mondseite unser Verständnis der geologischen Geschichte vertiefen könnten.

Sie ergänzte: „Vielleicht gelingt es uns, die Ereignisabfolge in verschiedenen Mondregionen rekonstruieren.“