Experten haben festgestellt, dass Rucolasamen (Eruca sativa), die eine Reise zur Internationalen Raumstation (ISS) absolvierten, langsamer wuchsen als erdgebundene Kontrollproben.
Im Jahr 2015 brachte der britische Astronaut Tim Peake im Rahmen eines von ihm unterstützten Projekts 1 Million Samen (ca. 2 kg) an Bord der ISS.
Sechs Monate später pflanzten und überwachten rund 600.000 Kinder in Großbritannien diese Samen in einem Experiment der Royal Horticultural Society.
Die Weltraumreise beeinträchtigte weder die Keimfähigkeit noch die Entwicklung der Sämlinge grundlegend, doch die Forscher stellten eine reduzierte Keimkraft fest.
Diese Ergebnisse, kürzlich in der Fachzeitschrift Life publiziert, bringen uns der Frage näher, ob essbare Pflanzen auf Langstreckenmissionen im All kultiviert werden können.
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Dr. Jake Chandler, Biowissenschaftler am Royal Holloway in London und Hauptautor der Studie, erklärt: „Der Transport hochwertiger Samen ins All ist entscheidend für den Pflanzenanbau, der menschliche Missionen zum Mars und darüber hinaus unterstützen soll.“
„Unsere Untersuchung zeigt, dass eine sechsmonatige Raumreise die Keimkraft der Samen im Vergleich zu erdgebundenen Proben mindert – ein Hinweis auf beschleunigte Alterung durch Weltraumbedingungen.“
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Um die Qualität der Samen während Flügen zu erhalten, müssen sie vor kosmischer Strahlung und Vibrationen geschützt werden.
An Bord der ISS war die Strahlendosis der Samen 100-mal höher als auf der Erde.
Bei Marsmissionen erwarten die Forscher eine Belastung, die mindestens fünfmal höher ausfällt.
Trotz dieser Hürden halten Experten den Weltraumanbau für machbar, sofern ausreichender Schutz gewährleistet ist.
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Dr. Chandler betont: „Wir müssen Samen vor Strahlung und Vibrationen schützen, doch sie überlebten. Selbstangebauter Salat auf dem Mars rückt in greifbare Nähe.“
Major Peake ergänzt: „Über eine halbe Million Kinder lieferten wertvolle Daten, die Royal Holloway halfen, Effekte auf Samen zu analysieren. Für Marsreisen ist dies essenziell für die Eigenversorgung.“