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Zwei Super-Erden entdeckt: Sie umkreisen den nahen Roten Zwerg GJ 887

Ein internationales Team von Astronomen hat zwei Exoplaneten der Super-Erden-Klasse entdeckt, die den hellen Roten Zwerg GJ 887 umkreisen – einen der brightesten Sterne dieser Art am Nachthimmel.

GJ 887 ist etwa halb so groß wie unsere Sonne und nur 11 Lichtjahre entfernt.

Rote Zwerge wie GJ 887 weisen niedrige Oberflächentemperaturen auf, was sie weniger leuchtkräftig und oft schwer beobachtbar macht.

Trotzdem sind sie kühler als Sonne, sodass ihre bewohnbare Zone – der Bereich, in dem flüssiges Wasser auf einer Planetenoberfläche möglich ist – viel näher am Stern liegt als die Erdbahn um unsere Sonne.

Die Planeten GJ 887b und GJ 887c wurden mit dem hochpräzisen Planetensuchinstrument am 3,6-Meter-Teleskop der Europäischen Südsternwarte (ESO) auf La Silla in Chile nachgewiesen.

Beide gelten als Super-Erden: Ihre Masse übertrifft die der Erde, bleibt aber deutlich unter der von Uranus und Neptun.

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Am Projekt beteiligt waren Experten der University of Hertfordshire, der Open University und der Queen Mary University of London.

Mithilfe der bewährten Doppler-Wobble-Methode maßen die Wissenschaftler die winzigen Gravitationseffekte der Planeten auf ihren Stern.

Ein umlaufender Planet verursacht ein schwaches "Wackeln" des Sterns, das sich als charakteristische Signatur im emittierten Licht zeigt.

Beide Super-Erden liegen nahe dem inneren Rand der bewohnbaren Zone und könnten zu heiß für flüssiges Wasser sein.

Für GJ 887c mit einer Umlaufzeit von 21,8 Tagen schätzen die Forscher eine Oberflächentemperatur von rund 70 °C.

GJ 887b umrundet den Stern schneller in nur 9,3 Tagen.

Positiv: GJ 887 ist weniger aktiv als viele Rote Zwerge, weshalb starke Sternwinde – die Atmosphären abtragen können – hier weniger bedrohlich sind.

Das Team plant weitere Untersuchungen dieses vielversprechenden Systems.

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Dr. John Barnes, Astrophysiker an der Open University und Mitautor der Studie in der Fachzeitschrift Science, erklärt: „Bei so nah umlaufenden Planeten ist eine Gezeitenbindung wahrscheinlich.“

„Immer dieselbe Seite weist zum Stern – eine Hälfte erlebt ewigen Tag, die andere ewige Nacht.“

„Das könnte zu extremen Temperaturunterschieden führen.“

Zudem deuten Daten auf ein unbestätigtes Signal hin, das einen dritten Planeten andeutet.

Dr. Barnes warnt: „Falls echt, hätte er eine Periode von 51 Tagen. Doch ähnliche Signale stammen vom Stern selbst, daher braucht es Bestätigung.“

„Bei Nachweis läge er präzise in der bewohnbaren Zone.“

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Melvyn Davies, Professor für Astronomie an der Universität Lund (nicht beteiligt), kommentiert: „Bestätigt sich der dritte Planet, wird GJ 887 zu einem der besten erforschten Systeme in Sonnennähe.“