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Britanniens Mondmissionen: Spinnen-Rover Asagumo und innovative Technologien für die Zukunft

Mitte 2021 könnte ein kleiner Spinnenroboter namens Asagumo seine ersten Schritte auf dem Mond wagen. Kein Science-Fiction-Szenario à la David Bowies 'The Spiders From Mars', doch der verstorbene Star inspirierte die Idee.

Pavlo Tanasyuk, CEO und Gründer des britischen Space-Unternehmens Spacebit, hörte einst Bowies Album The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars und fragte sich, ob man Rover mit Beinen statt Rädern bauen könnte.

Die Vision reifte, als Tanasyuk einen Freund bei der Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) besuchte und von seinem Spinnenroboter für Mars oder Mond erzählte. Der Freund zitierte das japanische Sprichwort vom Asagumo, der Morgenspinne, die Glück bringt.

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"Da machte es klick – wir mussten diesen Rover bauen", erklärt Tanasyuk.

Spacebit entwickelt den Asagumo-Rover, dessen Start für Juli 2021 auf dem Peregrine-Lander von Astrobotic geplant ist. Dieser fliegt mit einer Vulcan-Centaur-Rakete und könnte Großbritanniens ersten Mondlander werden.

Mondgehen ist herausfordernd wegen des Regoliths – feiner Staub und Gesteinsbruchstücke. Walking-Rover riskieren: Einsinken der Beine oder Verklemmen durch Staub in Gelenken und Motoren.

Britanniens Mondmissionen: Spinnen-Rover Asagumo und innovative Technologien für die Zukunft

Gegen Einsinken helfen ski-stockartige Beine mit Polstern. Staubrisiken akzeptiert Spacebit bewusst: Der Rover soll kurzfristig eine Lavaröhre erreichen.

Erkundung von Lavaröhren

Lavaröhren entstehen durch abfließende Lava, deren Oberseite erstarrt und ein Dach bildet. Nach dem Abfluss bleibt ein Tunnel. Der vulkanisch aktive Mond beherbergt zahlreiche solcher Formationen.

In Röhren weniger Staub, dafür mehr Felsen – ideale Bedingungen für Beine statt Räder.

"Wir testeten am Mount Fuji in japanischen Lavaröhren. Ich ging mit dem Rover hinein: Beine meistern Hindernisse besser als Räder", berichtet Tanasyuk.

Nahe des Peregrine-Landeplatzes locken Röhren – erstes Ziel des Asagumo. Potenzial: Menschliche Basen in diesen natürlichen Schutzräumen.

Spacebits Mission ist nur der Anfang britischer Mondambitionen.

Großbritannien im Weltraum

Britisches Mondwissen wurzelt in Apollo-Zeiten. Pioniere wie Grenville Turner und Colin Pillinger analysierten Mondgestein und Meteoriten – "Zauberer der Instrumentierung", lobt Sue Horne, Leiterin Weltraumforschung bei der UK Space Agency.

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Ihre Expertise begründete Führungsstellung in Kosmochemie. Heute liefert das UK Instrumente für ESA-Missionen wie Rosetta, Solar Orbiter und JUICE. "Kooperation mit Europa multipliziert unsere Möglichkeiten", sagt Horne.

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Zukunft: Open Universitys ProSPA-Labor (2025 auf Luna 27), MDA UKs LiDAR für Landungen.

Deep-Space-Kommunikation

Neuer Fokus: Mondkommunikation. Lunar Pathfinder, gebaut von SSTL, umkreist 2023 den Mond und relayt Signale – entlastet Lander von schweren Sendern.

ESA-finanziert, SSTL-hergestellt; erster Kunde: ESA. Vision: Satellitenkonstellation mit Mond-GPS.

"Verbesserte Abdeckung und Navigation", erklärt Nelly Offord von SSTL.

Britanniens Mondmissionen: Spinnen-Rover Asagumo und innovative Technologien für die Zukunft

Bodenstation: Goonhilly in Cornwall, reaktiviert seit 2011. Modernisiert mit ESA- und Fonds-Hilfe.

"Ein Baum wuchs durch eine Antenne", scherzt Matthew Cosby, Space Engineering Director.

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Goonhilly trackt ESA-Missionen und unterstützt Lunar Pathfinder.

Weltweit führend in Weltraumtechnologie

Potenzial für Artemis: NASA braucht Partner. "ESA und UK bieten zuverlässige Kommunikation", meint Offord. Cosby setzt Standards im CCSDS.

Goonhilly bereit für historische Bilder – wie bei Apollo.

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Mehr zum Mond:

  • Der Ursprung des Mondes: Wie er entstanden ist und wie wir es herausgefunden haben
  • Zum ersten Mal die gesamte Mondoberfläche kartiert
  • Was wäre, wenn wir den Mond verminen würden?

Spacebit plant Folgemissionen: Selfies, Wissenschaft, Bildung. Nächste: Träger für Mondnacht-Überdauerung, dann eigener Lander.

"Einziges europäisches Unternehmen mit Mondlander-Entwicklung", betont Tanasyuk.

Britanniens Mondmissionen: Spinnen-Rover Asagumo und innovative Technologien für die Zukunft

UK Space Agency koordiniert – Probelauf für Mars. "Mond testet Technologien für bemannte Marsflüge", sagt Horne.

1960er Black Arrow, nun Renaissance mit Spacebit, SSTL, Goonhilly.

  • Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 352 von BBC Science FocusHier erfahren Sie, wie Sie sich anmelden können

Vom Mond zum Mars

Mond erkundet Techniken für Mars.

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  1. Erste Missionen testen Landen und Starten
  2. Aufgaben erweitern
  3. Mondstation umkreisen
  4. Dauerhafter Habitat
  5. Lange Aufenthalte (9–12 Monate)