Am 31. Oktober, in der Halloween-Nacht, lohnt sich ein Blick in den Himmel neben Geistern und Ghulen: Der seltene blaue Mond.
Ein "blauer Mond" ist nicht wörtlich blau. Heute bezeichnet der Begriff den vierten Vollmond in einer Jahreszeit oder den zweiten Vollmond in einem Kalendermonat. Vollmonde wiederholen sich alle 29,5 Tage – bei Monaten mit 30 oder 31 Tagen rutscht daher gelegentlich ein zweiter Vollmond hinein.

Blaue Monde sind rar und treten etwa alle 2,5 Jahre auf. Am 1. Oktober gab es den ersten Vollmond des Monats, den traditionellen Erntemond nahe dem Herbstäquinoktium. Der zweite am 31. Oktober ist der Jägermond.
Besonders außergewöhnlich: Es ist das erste Mal seit 2001, dass ein Vollmond auf Halloween fällt – das nächste Mal erst 2039. Grund ist der Meton-Zyklus: Die Mondphasen wiederholen sich alle 19 Jahre am selben Datum. Dies berechnete der griechische Astronom Meton im 5. Jahrhundert v. Chr.
Woher stammt der Ausdruck "einmal im blauen Mond"? Die älteste schriftliche Erwähnung als Symbol für Seltenheit datiert auf 1821. Im Buch Life in London nutzte Journalist Pierce Egan ihn und erläuterte ihn in einer Fußnote. Weitere Autoren popularisierten ihn im 19. Jahrhundert in London, wie Quellen wie Jodrell Bank belegen.
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Der Mond bleibt grau-weiß, nicht gespenstisch blau. Tatsächlich blaue Monde entstehen nur durch atmosphärische Partikel wie Rauch oder Asche. Nach dem Krakatau-Ausbruch 1883 färbte Asche den Mond monatelang blau. Im Herbst 1950 verursachte Rauch eines kanadischen Waldbrands blauen Schein über Großbritannien und Nordeuropa.
Dieser blaue Halloween-Mond ist weltweit sichtbar, ohne spezielle Ausrüstung – ein Fernglas verstärkt den Genuss. Nehmen Sie sich Zeit dafür: Er schadet Ihren Zähnen weniger als Süßigkeiten vom Trick-or-Treat!