Einige Schlagzeilen suggerieren, ein Asteroid könnte die US-Wahlen stören, indem er am 2. November 2013 – dem Tag davor – einschlägt. Tatsächlich beträgt die Trefferwahrscheinlichkeit des Objekts 2018 VP1 nur 0,41 Prozent (1 zu 240).
Selbst bei einem Einschlag würde der etwa zwei Meter große Fels in der Atmosphäre verglühen, lange bevor er Schaden anrichten könnte.
2018 VP1 wurde 2018 entdeckt und gehört zu rund 23.600 „Near-Earth-Objects“ (NEOs), die das NASA-Center for NEO Studies (CNEOS) überwacht.
NEOs sind Sonnensystemkörper, deren Bahnen sie nahe der Erde führen – definiert als innerhalb von etwa 200 Millionen Kilometern zur Sonne. Über 99 Prozent sind Asteroiden, Überreste aus der Entstehung unseres Sonnensystems.

CNEOS berechnet Einschlagsrisiken anhand globaler Beobachtungsdaten. Mehr Beobachtungen bedeuten präzisere Bahnvorhersagen.
Die gefährlichsten sind „potenziell hazardous Asteroids“ (PHAs): Mindestens 140 Meter Durchmesser und Annäherung auf unter 7,5 Millionen Kilometer (20-fache Mondentfernung). NASA kennt derzeit etwa 2.100 PHAs.
„Ein 140-Meter-Asteroid könnte ein Gebiet wie Großbritannien verwüsten“, erklärt Dr. Paul Chodas, Direktor von CNEOS. „Selbst kleinere können jedoch erheblichen Schaden anrichten.“
Der Chelyabinsk-Meteor 2013 über Russland, verursacht von einem 20-Meter-Objekt, führte zu 1.500 Verletzungen durch Glassplitter.

„Zwei-Meter-Objekte wie 2018 VP1 treffen alle paar Monate die Erde und verglühen harmlos“, sagt Chodas.
Größere Einschläge sind seltener: Chelyabinsk-Größe alle 80 Jahre, PHAs alle 20.000 Jahre, Dino-Killer (10 km) alle 100 Millionen Jahre. „Die Intervalle sind nicht vorhersehbar“, betont Chodas.
CNEOS schätzt: 95 Prozent der Kilometer-Asteroiden und 40 Prozent der 140-Meter-Objekte sind katalogisiert – durch Beobachtung beweglicher Lichtpunkte am Nachthimmel.
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Chelyabinsk entkam der Entdeckung wegen seiner geringen Größe und sonnennahen Richtung. Größere Objekte sind weiter sichtbar und bieten Jahre Vorwarnzeit.
Das ermöglicht Ablenkungsmissionen, z. B. durch Raumschiff-Kollisionen.
Bei seltenen Bahnen könnten Monate Vorwarnung reichen für Zerstörungsmissionen wie Nukleareinsätze. „Kontinuierliche Himmelsscans mit besseren Teleskopen minimieren Risiken“, sagt Chodas.
„Asteroideneinschläge sind unwahrscheinlich – ich liege deswegen nicht wach“, schließt der Experte.