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Die sieben Minuten des Terrors: Warum die Marslandung von Perseverance der größte Test für die NASA ist

Die NASA bezeichnet sie als die "sieben Minuten des Terrors": Die kritische Phase, in der ein Raumschiff die Marsatmosphäre durchquert und sicher auf der Oberfläche landet – oder in einer Katastrophe endet, indem es in der roten Wüste zerschellt.

So landet der NASA-Rover Perseverance auf dem Mars

Am Abend des 18. Februar um 20:48 Uhr GMT versuchte der Perseverance-Rover der NASA, im Jezero-Krater auf dem Mars zu landen. Diese Landung ist eine hochpräzise Abfolge: Zuerst bremst ein Hitzeschild den Eintritt in die obere Atmosphäre, gefolgt von einem großen Fallschirm.

Sobald das Bordradar den Boden erfasst, zünden Retroraketen für die finale Phase. Der Rover schwebt dann knapp über der Oberfläche, und der "Himmelskran" – ein raketengetriebener Mechanismus – setzt ihn sanft ab. Mission erfüllt, die Erkundung kann beginnen.

Diese Technik brachte bereits 2012 den Rover Curiosity erfolgreich in den Gale-Krater. Doch die Marslandungsgeschichte zeigt: Für jeden Erfolg gibt es mehrere Fehlschläge.

Fehlgeschlagene Marslandungen: Abstürze auf dem Roten Planeten

In den 1990er Jahren verlor die NASA den Mars Climate Orbiter und den Mars Polar Lander. Der Orbiter kam beim Orbitaleintritt zu nah, da Software-Teile metrische und imperiale Einheiten vermischten. Der Polar Lander schaltete die Triebwerke zu früh ab und stürzte in den Boden.

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Auch die ESA hatte Rückschläge: Beagle 2 erreichte 2003 die Oberfläche, setzte aber nicht korrekt auf und schwieg. 2016 wiederholte Schiaparelli den Polar-Lander-Fehler und zerschellte.

Der Abstieg: Schritt für Schritt

Lange scherzten Ingenieure vom "Mars-Dämon", der Landungen sabotierte. Tatsächlich fordert die dünne Marsatmosphäre alles ab. "Der entscheidende Faktor ist die Atmosphäre", erklärt Paulo Ferri, ehemaliger ESA-Missionsleiter bis 2020.

Sie erlaubt Hitzeschild und Fallschirm, die 90 % der Geschwindigkeit abbauen – auf der Erde oder Titan reicht das. Auf dem mondlosen Mars braucht man zusätzliche Retroraketen.

Die sieben Minuten des Terrors: Warum die Marslandung von Perseverance der größte Test für die NASA ist

"Mars ist schwer landbar, da die Atmosphäre zu dünn ist, um ausreichend zu bremsen", betont Ferri. Dazu kommt die stärkere Gravitation im Vergleich zum Mond.

Die aktuelle Mission

Perseverance ist kein Solo-Unternehmen. "Es ist der Auftakt zu einem atemberaubenden Ziel", sagt Sanjeev Gupta vom Imperial College London, Mitglied des Wissenschaftsteams: Probenrückführung zur Erde bis Anfang der 2030er.

Der Rover lagert Gesteinsproben in Kanistern; Folgemissionen holen sie ab. Im Jezero-Krater, einst ein Seebecken, sucht er Biosignaturen – Hinweise auf vergangenes Leben. "Merkmale im Gestein, die auf Leben deuten könnten", erklärt Gupta.

Die sieben Minuten des Terrors: Warum die Marslandung von Perseverance der größte Test für die NASA ist

Später erkundet er uralte Kruste aus vor 4 Milliarden Jahren – ein geologischer Schatz, da solche Proben auf der Erde rar sind.

Mit so hohen Einsätzen wirken die sieben Minuten für alle Beteiligten endlos.

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