Meine Eltern haben mir von klein auf grenzenlosen Ehrgeiz und die Neugier, immer nachzufragen, eingepflanzt. Diese Eigenschaften reichten im späten 20. Jahrhundert aus, um mich zu einer Karriere als Astrophysikerin zu führen.
Ich hatte das Glück, eine reine Mädchenschule zu besuchen, wo unser Abitur in Physik und Mathematik klein, aber frei von Stigmatisierung war. 2006 begann ich mein Physikstudium an der Universität – als eine von wenigen Frauen, doch die Zahlen waren hoch genug, dass ich mich nicht isoliert fühlte. Erst mit meiner Promotion akzeptierte ich, dass Sexismus auch mich betrifft.
Meine Erfahrungen markieren einen enormen Fortschritt gegenüber den Pionierinnen des 20. Jahrhunderts. Cecilia Payne-Gaposchkin hörte in den 1920er Jahren Pfiffe und Stampfen in den Hörsälen der Männerdomäne. Ähnlich erlebte die nordirische Astronomin Dame Jocelyn Bell Burnell in den 1960er Jahren Demütigungen. Wie langsam verändert sich die Welt.

Payne-Gaposchkin (1900–1979) ertrug dies wegen ihres unstillbaren Drangs, Neues zu entdecken. Ihr faszinierendes Leben – inklusive der Anekdote, dass ihre Tochter sie als "erfinderische Strickerin" beschrieb – verdient Bücher. Hier fokussiere ich mich auf ihren bleibenden Einfluss auf die Astronomie.
In vielen populärwissenschaftlichen Büchern wird sie erwähnt – oft mit dem Hinweis auf unterschätzte Anerkennung. In Out of the Shadows: Contributions of Twentieth-Century Women to Physics widmet Vera Rubin, Pionierin der Dunklen Materie, ihr ein Kapitel, das ihre wissenschaftliche Revolution betont.
Payne-Gaposchkin veränderte unser Bild der Sterne: Von heißen Planeten zu gigantischen Wasserstoffmassen.
In den 1920er Jahren hatte M. N. Saha erkannt, dass Spektrallinien mit Ionisierungsgraden korrespondieren. Sterne emittieren ein Kontinuum wie ein Regenbogen; Elemente absorbieren bei spezifischen Wellenlängen, erzeugen dunkle Linien.
Ionisierte Atome erzeugen wie Barcodes unterschiedliche Linien je nach Elektronenzahl.
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Payne-Gaposchkin wendete Sahas Theorie auf Sonnen- und Sternspektren an – Kern ihrer Harvard-Doktorarbeit. Nach monatelanger akribischer Analyse schloss sie: Wasserstoff dominiert, schwere Elemente sind rar.
Diese Revolution – Sterne als wasserstoffreich, nicht erdeähnlich – wurde anfangs abgelehnt. Henry Russell zweifelte; Payne-Gaposchkin milderte ihre These. Später bestätigte er sie selbst.
Trotz Beiträgen blieb Anerkennung fern: Sie dozierte, wurde aber als Assistentin bezahlt. Harvard-Präsident Lowell blockierte sie jahrzehntelang; erst spät erhielt sie eine volle Professur.
Ihre Arbeit prägt bis heute die Sternentstehungsforschung. Erste Sterne nach dem Urknall waren rein wasserstoff- und heliumreich, massiv und kurzlebig – Objekte meiner Arbeit.
Eine Milliarde Jahre Kosmos fehlen noch; Payne-Gaposchkins Fundament treibt mich an.
In der astronomischen Frauencommunity ist sie Ikone: Sie pflügte Wege für uns.
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Trotz Fortschritten gibt es Hürden – #astroSH zeigt das. Ihre Worte inspirieren: "Es war ein Fall des Überlebens, nicht der Stärksten, sondern der Hartnäckigsten."
An der Jahrtausendwende hängt ihr Porträt in Harvard – Blick aus sonnendurchflutetem Fenster, Buch in der Hand. Sie genösse den Triumph über Lowell.
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