Keine Sorge: Auf der Internationalen Raumstation (ISS) wurden drei bisher unbekannte Bakterienstämme entdeckt. Wissenschaftler des NASA Jet Propulsion Laboratory (JPL) haben in den vergangenen sechs Jahren Oberflächen wie Esstische und die Pflanzenwachstumskammer auf Bakterienwachstum untersucht.
In der jüngsten Analyse identifizierten sie vier Stämme auf Geräten, die bereits zur Erde zurückgekehrt sind. Alle gehören zu einer Familie, die typischerweise in Böden und Süßwasser vorkommt. Einer ist die bekannte Art Methylorubrum rhodesianum, die anderen drei eine völlig neue Spezies: Methylobacterium ajmalii.
Trotz science-fiction-ähnlicher Klänge sind diese Bakterien für Menschen unbedenklich. Im Gegenteil: Experten sehen Potenzial für den Pflanzenanbau unter den harten Bedingungen des Weltraums.
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Astronauten kultivieren seit Jahren Pflanzen und Lebensmittel auf der ISS. Diese Stämme, isoliert 2015 und 2016, stammen vermutlich aus solchen Experimenten. Sie fördern Stickstoffaufnahme und schützen vor Pathogenen – ideal für Missionen zum Mond oder Mars.
„Um Pflanzen an extremen Orten mit minimalen Ressourcen anzubauen, ist die Isolierung neuartiger Mikroben essenziell, die Wachstum unter Stress fördern“, erklären JPL-Forscher Kasthuri Venkateswaran und Nitin Kumar Singh.
Genetische Analysen der vier Stämme offenbaren Gene für Weltraum-taugliches Pflanzenwachstum. Weitere 1.000 Proben von der ISS warten auf Erden-Analysen.
Robuste Bakterien auf der ISS sind keine Neuheit. 2020 zeigten japanische Wissenschaftler, dass getrocknete Pellets außen an der Station über drei Jahre überlebten. Dieses Extrembakterium, überspitzt „Conan das Bakterium“ genannt, trotzt interplanetaren Bedingungen und wirft Fragen zur Panspermie auf.
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