Forscher des University College London (UCL) und der George Mason University haben die Quelle hochenergetischer Partikel von der Sonne präzise identifiziert. Diese Partikel bergen Risiken für Fluggäste und können Satelliten sowie elektronische Systeme stören.
Bei Sonnenstürmen schießen sie mit enormer Geschwindigkeit aus der äußeren Sonnenatmosphäre heraus. Erreichen sie die Erde, drohen Störungen für Satelliten und Infrastruktur sowie Strahlenexposition für Astronauten und Passagiere in großen Höhen.
Das historische Carrington-Event von 1859 führte zu massiven Telegrafen-Ausfällen in Europa und den USA. Heute, in einer elektrifizierten Welt, wäre ein solcher Sturm katastrophal.
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Die Studie, veröffentlicht in Science Advances, zeigt: Die Partikel tragen den gleichen 'Fingerabdruck' wie Plasma aus der mittleren Sonnenkorona, gehalten von starken Magnetfeldern.
"Wir haben erstmals genau beobachtet, woher solare Energiereich-Partikel stammen", erklärt Co-Autorin Dr. Stephanie Yardley vom UCL. "Sie entstammen Plasma tief in der Atmosphäre, das durch Eruptionen freigesetzt und auf Tausende Kilometer pro Sekunde beschleunigt wird."
Diese Ereignisse erreichen die Erde in Minuten bis Stunden und können Tage andauern. Aktuell lassen sich Vorhersagen nur reaktiv treffen. "Besseres Verständnis ermöglicht präzise Prognosen, um bei Stürmen rechtzeitig zu reagieren", betont Yardley.

Die Entdeckung basiert auf Daten des NASA-Satelliten Wind. Im Januar 2014 analysierten die Experten Partikelströme aus der aktiven Region 11944 – einer starken Magnetfeld-Zone mit sichtbaren Sonnenflecken.
"Unsere Beobachtungen enthüllen die Materialherkunft solcher Ereignisse im letzten Sonnenzyklus", sagt Haupt autor Dr. David Brooks von der George Mason University. "Im neuen Zyklus testen wir die Ergebnisse weiter."
Fortschritte erwarten sich die Forscher von ESA Solar Orbiter und NASA Parker Solar Probe, die der Sonne näher kommen als je zuvor.