Haben Sie den Pink Supermoon gestern Abend verpasst? Kein Problem: Der April-Vollmond, der vierte im Jahr 2021, ist auch heute Abend sichtbar. Wie in der vergangenen Nacht erscheint er 30 % heller und 14 % größer als frühere Vollmonde.
Warum wirkt der Supermond so beeindruckend groß? Wie gelingt die beste Aufnahme? Und sieht er wirklich rosa aus? Als Astronomen mit jahrelanger Erfahrung beantworten wir diese und weitere Fragen detailliert.
Für mehr Tipps zur Himmelsbeobachtung empfehlen wir unseren Vollmond-Kalender für Großbritannien und den Leitfaden Astronomie für Einsteiger.
Wann ist der Pink Supermoon 2021 sichtbar?
Der Pink Supermoon ist ab Montag, 26. April 2021 in Großbritannien und weltweit zu sehen.
Astronomisch ist der Mond nur kurzzeitig "voll" – er reflektiert dann die maximale Menge Sonnenlicht zur Erde. Das passiert in der Syzygie, wenn die Erde genau zwischen Sonne und Mond steht.
In Großbritannien tritt dies am 27. April um 4:13 Uhr ein. Bleiben Sie nicht extra wach: Mit bloßem Auge wirkt der Mond noch zwei bis drei Nächte voll.
Erscheint der Pink Supermoon wirklich rosa?
Leider nein – nicht die ganze Nacht. Wie bei jedem Vollmond kann er rosa wirken, wenn er tief am Horizont steht.
"Der Mond verändert leicht seine Farbe je nach Position am Himmel", erklärt Dr. Darren Baskill, Dozent für Physik und Astronomie an der University of Sussex.
"Das liegt an der Erdkrümmung. Direkt nach oben blicken Sie durch ca. 30 km Atmosphäre, zum Horizont durch 300 km. Blaues Licht wird stärker gestreut als rotes, sodass am Horizont nur rote Töne durchdringen und Mond sowie Sonne rötlich erscheinen."
Warum heißt er Pink Moon?
Der Name stammt nicht aus der Astronomie. Oft wird er mit dem rosa Moos (Kriech-Phlox) assoziiert, das im April blüht – eine Überlieferung US-amerikanischer Ureinwohner, aber kein offizieller Begriff.
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"Niemand weiß genau, wer diese Namen erfunden hat", sagt Baskill. "Vorsicht vor Verallgemeinerungen: 'Indianer' waren vielfältige Völker mit über tausend Sprachen. Namen wie 'Sugar Maker Moon', 'Moon of Blackberry' oder 'Egg Moon' variieren regional."
Was macht einen Supermond aus?
Der Mondbahnen elliptisch, beeinflusst von Gravitation der Erde und Sonne. Im Perigäum nähert er sich am meisten, im Apogäum entfernt er sich um bis zu 48.000 km.

Supermond: Vollmond nahe dem Perigäum – bis 14 % größer und 30 % heller als im Apogäum. Einer von 14 Vollmonden ist im Schnitt Supermond; manchmal treten zwei nacheinander auf. – von Abigail Beall
Wie nah kommt der Supermond?
Keine einheitliche Definition, aber Astrologe Richard Nolle (Begriff seit 1979) setzt die Grenze bei unter 368.630 km bei Vollmond. Durchschnitt: 382.900 km; Pink Moon 2021: 357.615 km.
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Viele Astronomen: Vollmond bei ≥90 % Perigäum-Nähe. 2021: 27. April und 26. Mai – letzter etwas näher (157 km).
Lösen Supermonde Katastrophen aus?
Nein, keine Belege für Zusammenhänge mit Tsunamis etc. Gezeiten: 2/3 Mond, 1/3 Sonne – bei Syzygie höher, aber Supermond erhöht sie nur um Zentimeter, erklärt Baskill.
Wie oft Vollmond?
Alle 29,5 Tage (lunarer Zyklus). Nächster ("Blumenmond"): 26. Mai 2021, ebenfalls Supermond. 'Month' wurzelt in 'Moon'.
Tipps zur Fotografie des Pink Supermonds
Groß und hell: Einfacher als sonst. Vermeiden Sie Blitz – er hilft nicht.
Smartphone: ISO senken, Fokus auf 100. Apps wie NightCap (App Store, 2,99 £) – top unter Astronomie-Apps.
DSLR: Zoomobjektiv, Blende f/9–f/10, 1/60–1/125 s. Stativ ideal, aber Zaun reicht oft, rät Baskill.