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Können Planeten rückwärts um ihre Sonne kreisen? Wissenschaftliche Erklärung

Im Sonnensystem umkreisen alle Planeten die Sonne in derselben Richtung wie ihre Rotation – entgegen dem Uhrzeigersinn, wenn man vom Nordpol der Sonne aus blickt. Solche Bahnen nennen Astronomen 'prograd', was wörtlich 'vorwärtsgerichtet' bedeutet. Diese einheitliche Richtung geht auf die ursprüngliche Drehung der Gas- und Staubwolke zurück, aus der Sonne und Planeten entstanden sind.

Ein Planet mit rückläufiger Umlaufbahn, also entgegen der Drehrichtung seines Sterns, wäre eine Ausnahme. Eine solche Umkehrung erfordert enorme Energiezufuhr, weshalb retrograde Planetenbahnen extrem selten sind. Häufiger trifft man sie bei Kometen und Asteroiden an, da diese Objekte leichter aus ihrer Bahn gestoßen werden können.

Dennoch existieren Beispiele: Die Exoplaneten Kepler-2b und WASP-17b umlaufen ihren Stern rückwärts. Ein möglicher Grund ist der Kozai-Mechanismus: Die Gravitation eines entfernten Begleiters stört die Bahn, kippt sie an und verlängert sie, bis sie schließlich umgekehrt ist.

Eine andere Erklärung könnte eine enge Begegnung oder Kollision mit einem massiven Objekt sein. Solche Interaktionen zerstören Planeten oft oder schleudern sie aus dem System. Alternativ könnte die protoplanetare Scheibe selbst umgedreht werden, wenn sie einer anderen Materieansammlung zu nahe kommt – alle daraus gebildeten Planeten hätten dann retrograde Bahnen.

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