DeuAq.com >> Leben >  >> Wissenschaft

10 Milliarden Jahre alte Rote Riesensterne enthüllen die Entstehungsgeschichte unserer Milchstraße

Einige der ältesten Sterne unserer Galaxie wurden nun mit beispielloser Präzision datiert, wie ein internationales Forscherteam berichtet.

Die Experten analysierten rund 100 Rote Riesensterne und entdeckten, dass einige davon ursprünglich aus der Satellitengalaxie Gaia-Enceladus stammen. Diese kollidierte früh in der Geschichte mit der Milchstraße.

Die Studie zeigt: Diese Sterne sind ähnlich alt oder etwas jünger als die meisten Sterne, die in der Milchstraße entstanden sind.

Das untermauert Theorien, wonach die Milchstraße vor etwa 10 Milliarden Jahren bereits effizient Sterne bildete – zur Zeit der Verschmelzung mit Gaia-Enceladus (auch Gaia-Wurst genannt). Viele dieser Sterne finden sich heute in der dicken Scheibe der Galaxie.

„Die chemische Zusammensetzung, Position und Bewegung der Sterne, die wir heute in der Milchstraße beobachten, verraten viel über ihren Ursprung“, erklärt die leitende Autorin Dr. Josefina Montalbán. „Indem wir präzise ihr Alter bestimmen, verstehen wir besser, wie die Verschmelzung mit Gaia-Enceladus die Entwicklung unserer Galaxie prägte.“

Mehr zur Geschichte unserer Galaxie:

  • Mit bloßen Auge sichtbarer Stern enthüllt Geschichte der Milchstraße
  • Uralte Galaxien, die im Spinnennetz eines supermassereichen Schwarzen Lochs gefangen sind

Das Team nutzte Daten des Kepler-Satelliten sowie der Gaia- und Apogee-Instrumente und wandte Asteroseismologie an – eine Methode, die Schwingungen durch innere Schallwellen misst. So gewannen die Wissenschaftler Einblicke in Größe, innere Struktur und genaues Alter der Sterne.

In der Studie, veröffentlicht in Nature Astronomy, berücksichtigten die Forscher individuelle Schwingungsmodi und Pulsationseigenschaften. Kombiniert mit Spektroskopie, die die chemische Zusammensetzung analysiert, ermöglichte dies höchste Präzision.

„Wir demonstrieren das enorme Potenzial von Asteroseismologie und Spektroskopie für präzise Altersbestimmungen alter Sterne“, betont Co-Autorin Professor Andrea Miglio von der Universität Bologna. „Diese Messungen schärfen unseren Blick auf die frühen Jahre der Milchstraße und eröffnen neue Perspektiven in der galaktischen Archäoastronomie.“