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Nüwa: Die Vision einer selbstversorgenden Mars-Megastadt für eine Million Menschen

Das Interesse am Mars boomt: Im Februar 2021 erreichten drei Raumschiffe den Roten Planeten. Die Hope-Mission der VAE trat am 9. Februar in den Orbit ein, um die Atmosphäre zu erforschen. Kurz darauf folgte Chinas Tianwen-1, die einen Lander und Rover vorbereitet. Der NASA-Perseverance-Rover sucht nach Spuren vergangenen Lebens.

Die Hope-Mission markiert jedoch einen Meilenstein: Sie ist der erste Schritt der VAE hin zu einer internationalen Siedlung auf dem Mars bis 2117.

Und die VAE steht nicht allein da. Im Februar 2020 rief die Mars Society, eine führende Organisation für Mars-Erkundung und Besiedlung, einen globalen Wettbewerb zur Planung einer Marsstadt aus. 175 Teams aus über einem Dutzend Ländern reichten Entwürfe ein.

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„Die Teams zeigten beeindruckenden Einfallsreichtum bei technischen, wirtschaftlichen und ästhetischen Lösungen für eine praktische und schöne Marsstadt“, betont Dr. Robert Zubrin, Gründer und Präsident der Mars Society.

Ein Highlight: Das Sustainable Offworld Network (SONet), ein Netzwerk von Experten aus Wissenschaft und Industrie, das nachhaltige Offworld-Siedlungen entwickelt. Ihr Konzept: Stadt Nüwa.

Nüwa: Die Vision einer selbstversorgenden Mars-Megastadt für eine Million Menschen

Nüwa nutzt Tunnel bis 150 Meter tief in einer Klippe für Wohn-, Arbeits- und Erholungsbereiche. Grüne Kuppeln mit Gärten, Tieren und Gewässern bieten psychischen Ausgleich und Panoramablicke.

Der Wettbewerb forderte keine temporäre Basis, sondern einen „Stadtstaat“ für eine Million Menschen – mit Schulen, Geschäften, Krankenhäusern und sogar Bestattungseinrichtungen. Die Stadt muss weitgehend autark sein: Alle Essentials wie Nahrung, Kleidung, Energie und Maschinen lokal produzieren, nur Schlüsselkomponenten importieren.

Nüwa: Die Vision einer selbstversorgenden Mars-Megastadt für eine Million Menschen

„Anders als bei temporären Basen geht es um lebenslanges Wohnen“, erklärt Architekt Alfredo Muñoz von Abiboo Studios und SONet-Vorstand. „Wir planten für psychisches Wohlbefinden, Gemeinschaft und Schönheit an einem rauen Ort.“

Nüwa schützt vor -103 °C Kälte, Strahlung und Druckunterschieden – und ermöglicht Zivilisationsaufbau.

Nüwa: Die Vision einer selbstversorgenden Mars-Megastadt für eine Million Menschen

Ein 35-köpfiges Expertenteam arbeitete vier Monate am Entwurf. Nüwa als Hauptstadt von fünf Städten bei Tempe Terra, nahe dem Äquator, 2.250 km von Tharsis-Vulkanen entfernt. Die Städte (200.000–250.000 Einwohner) werden per Hochgeschwindigkeitsbahn verbunden; Abalos City als Wasserminen-Siedlung im Norden.

Materialien aus Mars-Ressourcen: Graphit und Polyethylen aus CO2, Schwefel für Zement. „Alles wie auf der Erde, plus Luft“, fasst Astrophysiker Guillem Anglada-Escudé (SONet-Gründer) zusammen.

Nüwa: Die Vision einer selbstversorgenden Mars-Megastadt für eine Million Menschen

Für 200.000 Bewohner brauchen die Tunnel 187.500.000 m³ Luft (240 kg O2, 490 kg N2 pro Person). Klippen bieten Schutz vor Strahlung und Druck. Oben: Solar- und Kernkraft für 37 kW pro Kopf, Nahrungsgärten (halb Pflanzen, halb Insekten/Zellfleisch/Algen).

Nüwa: Die Vision einer selbstversorgenden Mars-Megastadt für eine Million Menschen

Bau in Phasen: Erste 10 Jahre Erdenhilfe, dann 10.000 Einwohner. Ticket: 300.000 USD, Wohnung 25,5 Mio. USD – nur für Arbeitskräfte. Bis 2054 Start, Ende des Jahrhunderts fertig, sagt Muñoz.

Nüwa: Die Vision einer selbstversorgenden Mars-Megastadt für eine Million Menschen

Aktuell: Erden-Demos für Tests in Architektur, Biologie und Psychologie, so Anglada-Escudé. Zubrin lobt den Idealismus: „Streben nach besserem Leben – von sozialdemokratisch bis libertär.“

  • Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 361 des BBC Science Focus Magazinehier abonnieren