Neueste Forschungen der University of Arizona, basierend auf Satellitendaten, deuten darauf hin, dass Vulkane auf dem Mars erst vor etwa 50.000 Jahren aktiv waren.
Bisherige Untersuchungen zeigten, dass die Hauptphase vulkanischer Aktivität auf dem Roten Planeten vor 3 bis 4 Milliarden Jahren stattfand, mit vereinzelten Eruptionen bis vor rund 3 Millionen Jahren.
„Dies könnte die jüngste vulkanische Ablagerung sein, die bisher auf dem Mars dokumentiert wurde“, erklärt Dr. David Horvath, Hauptautor der Studie. Als Postdoktorand an der University of Arizona geführt, arbeitet er nun als Forschungswissenschaftler am Planetary Science Institute. „Wären wir die geologische Geschichte des Mars auf einen Tag komprimiert, hätte dies in der allerletzten Sekunde stattgefunden.“

Die Ablagerung liegt in Elysium Planitia, einer glatten Ebene nördlich des Marsäquators. Sie umgibt eine 32 km lange Vulkanspalt mit einer 11 km breiten, glatten, dunklen Schicht und könnte Asche sowie Gestein bis 10 km hoch in die Atmosphäre geschleudert haben.
Die Zusammensetzung und Verteilung passen zu einem pyroklastischen Ausbruch – einer explosiven Eruption durch expandierende Gase, vergleichbar mit dem Öffnen einer Sektflasche.
Einige Merkmale deuten auf Bedingungen hin, die mikrobielles Leben unter der Oberfläche fördern könnten.
„Die Interaktion von aufsteigendem Magma mit dem eisigen Untergrund dieser Region schuf vor Kurzem möglicherweise habitable Bedingungen und erhöht die Chance auf überlebendes Leben“, betont Horvath.
Der Ausbruchsort ist etwa 1.600 km vom NASA-Lander InSight entfernt, der seit 2018 Marsbeben misst.
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Weitere Analysen sind nötig, um den Ausbruchsmechanismus zu klären. Zwei Marsbeben stammen aus der Nähe des Cerberus Fossae-Systems in Elysium Planitia. Jüngste Studien legen nahe, dass diese Risse durch tiefes Magma entstanden sind.
„Das junge Alter dieser Lagerstätte steigert die Wahrscheinlichkeit anhaltender Vulkanaktivität. Faszinierend: Die neuesten InSight-Marsbeben kommen aus Cerberus Fossae“, so Horvath.
Die Eruption könnte durch im Magma gelöste Gase, Kontakt mit Permafrost oder einen Asteroideneinschlag beim Zunil-Krater ausgelöst worden sein.
Zusammen mit InSight-Seismik, anhaltendem Grollen und MAVEN-Methan-Nachweisen zeigt sich: Der Mars ist keine tote Welt.
„Dies ist vielleicht der jüngste Ausbruch, aber sicher nicht der letzte“, sagt Co-Autor Dr. Jeff Andrews-Hanna, außerordentlicher Professor an der University of Arizona. „Alle Daten erzählen dieselbe Geschichte: Der Mars lebt.“