Ein gewaltiger Asteroideneinschlag oder Kometentreffer würde zwar wahrscheinlich Milliarden – oder gar alle – Bewohner unseres Planeten auslöschen, fehlt jedoch die Energie, die Erde selbst zu zerstören. Ähnlich wirkungslos bliebe eine Supernova-Explosion in wenigen Lichtjahren Entfernung.
Orbitale Instabilitäten im Sonnensystem könnten langfristig zu einer katastrophalen Kollision der Erde mit Merkur, Venus oder Mars führen. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt jedoch bei nur etwa 1 Prozent in den nächsten fünf Milliarden Jahren.
Das wahrscheinlichste Szenario für die totale Vernichtung der Erde: Die Sonne verschlingt sie, wenn sie sich in einen Roten Riesen verwandelt. Sobald der Wasserstoff im Sonnenkern erschöpft ist, dehnt sich die äußere Hülle des Sterns aus und sie verliert massiv an Masse – wodurch sich auch die Erdumlaufbahn erweitert.
Laut aktuellen Modellen reicht diese Erweiterung jedoch nicht aus, um der expandierenden Sonne zu entkommen. Die Erde würde in der unteren Atmosphäre des Roten Riesen verdampfen.
Keine Panik: Dieses apokalyptische Ereignis liegt etwa 7,59 Milliarden Jahre in der Zukunft. Selbst falls die Erde überlebt und um den aufgeblähten Roten Riesen kreist, würde der natürliche Zerfall ihrer Umlaufbahn sie schließlich mit den Überresten der abgestorbenen Sonne kollidieren lassen – in rund 100 Milliarden Milliarden Jahren. Zum Vergleich: Das Universum ist erst 13 Milliarden Jahre alt.
Gefragt von: Daniel Valentine, Kent
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