Vollmonde treten monatlich auf, bleiben aber ein faszinierendes astronomisches Highlight. Für ein paar Nächte erscheint der Mond groß und strahlend hell – ideal für Amateurastronomen, um ihn mühelos zu genießen.
Dieser Mond heißt Buck Moon, in Großbritannien oft Hay Moon.
Wann genau sehen Sie den Juli-Vollmond? Welche Details auf seiner Oberfläche lohnen einen Blick? Und wie gelingt das perfekte Instagram-Foto? Dr. Darren Baskill, Astronom und Astrofotograf an der University of Sussex, gibt uns die besten Tipps. Mehr zu Sternenbeobachtung in unserem Astronomie-Leitfaden für Anfänger und im Meteorschauer-Kalender für Großbritannien.
Wann ist der Buck Moon 2021 sichtbar?
Der nächste Vollmond 2021 steigt am 24. Juli auf. In Großbritannien erreicht er um 3:36 Uhr morgens seine Fülle. Kein Grund, die ganze Nacht wach zu bleiben.
„Der exakte Vollmondmoment tritt präzise auf, wenn Mond und Sonne himmeltechnisch genau gegenüberstehen“, erklärt Baskill. „Für unser Auge wirkt er jedoch zwei bis drei Tage vor und nach diesem Punkt voll oder nahezu voll.“
Wie häufig gibt es Vollmonde?
Der Mondzyklus dauert etwa 29,5 Tage, sodass wir meist einen Vollmond pro Monat erleben. Zwei im selben Monat sind rar – das nächste Mal im August 2023.
Welche Merkmale des Mondes entdecken Sie bei Vollmond?

Der Vollmond fasziniert, doch was sehen Sie genau auf seiner sichtbaren Seite?
„Großteile sind kraterübersät, doch rund um den Vollmond erblicken wir glatte „Meere“ – ein Drittel der zugewandten Fläche. Vor rund vier Milliarden Jahren flutete Lava diese Regionen, kühlte rasch ab und schuf die glatte Optik“, beschreibt Baskill.
„Mit bloßem Auge sichtbar: Der Krater Tycho am unteren Rand mit Strahlen aus Staub und Trümmern, die den Mond überziehen. Dieser Einschlag vor 108 Millionen Jahren war enorm heftig.
Trotzdem: Viele Details verlieren bei Vollmond an Dramatik. In anderen Phasen werfen schräge Sonnenstrahlen kilometerhohe Kraterwände Schatten – spektakulär im Teleskop oder Fernglas. Bei Vollmond fehlen diese Schatten leider.“
Was sehen Sie sonst am Himmel in Großbritannien während des Vollmonds?
Vollmondlicht erschwert Sternenbeobachtung. „Der helle Schein überdeckt fast alles außer den hellsten Objekten“, sagt Baskill. „Planeten jedoch strahlen so intensiv, dass Sie sie leicht erkennen.
„Der Mond wandert täglich faustbreit (Armeslänge) nach links. Am 24. Juliabend liegt er unter Saturn, am nächsten unter Jupiter. Ab 22:30 Uhr Ortszeit steigen alle drei im Osten auf.“
So fotografieren Sie den Vollmond mit Orientierungspunkten
Handy-Fotos vom Mond oft nur weißer Fleck? Profis knipsen ihn neben Landmarken. Baskill teilt einfache Tricks:
„Beim Mondaufgang im Osten, wenn die Sonne im Westen untergeht, reicht ein Smartphone für dramatische Bilder.“
„Für Highlights: Nehmen Sie eine Kamera mit starkem Zoom, wählen Sie ein Wahrzeichen und positionieren Sie sich hunderte Meter westlich davon. Warten Sie auf den Aufgang.
Kostenlose Software wie Stellarium zeigt exakt Ort und Zeit. Online-Karten helfen bei der Planung.“