Während die Orbitaldynamik eine Kollision zweier Gasriesen wie Jupiter und Saturn extrem unwahrscheinlich macht, könnte ein solcher Aufprall während der Entstehung eines Planetensystems dennoch eintreten. Das Ergebnis hängt primär von der Relativgeschwindigkeit und dem Aufprallwinkel ab.
Frontale Zusammenstöße führen in der Regel zu einer vollständigen Verschmelzung der Gasriesen, ohne nennenswerten Materialverlust in Kernen oder gasförmigen Hüllen. Bei höheren Geschwindigkeiten würde jedoch der Großteil der Hülle abgestoßen, während die Kerne fusionieren. Extrem hohe Geschwindigkeiten zerstören beide Planeten vollständig.
Schräge Kollisionen erzeugen vielfältige Ergebnisse. Vermeiden sich die Kerne, verlieren beide Planeten massive Teile ihrer gasförmigen Hülle, ohne zu verschmelzen. Bei winkelabhängigem Kontakt der Kerne kann eine Verschmelzung erfolgen oder ausbleiben – stets mit erheblichem Gasverlust.
Sehr schräge Begegnungen stören die Planeten kaum: Sie behalten ihre Bahnen bei, ohne Massenverlust. Solche Interaktionen können Formveränderungen oder Abplattung verursachen, was Forscher nutzen, um die Einschlagshistorie von Gasriesen in fremden Systemen zu analysieren.
Obwohl keine direkten Beweise vorliegen, dass Jupiter oder Saturn aus verschmolzenen kleineren Gasriesen hervorgingen, unterstützen ihre erhöhten Anteile schwerer Elemente im Vergleich zur Sonne diese Hypothese.
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Gefragt von: Mark Buckmaster
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