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Barry Fitzgerald: Der Forscher, der Superhelden-Wissenschaft für jedermann zugänglich macht

Tagsüber ist Barry W. Fitzgerald Forschungsingenieur an der Technischen Universität Delft. Doch seine Leidenschaft für Superheldenfilme hat ihn zu einem Buch über die Wissenschaft hinter Superhelden inspiriert. Nun plant er die Einführung einer neuen Zeitschrift, die sich der Superheldenwissenschaft widmet – mit dem Ziel, Fortschritte in Genetik, Ingenieurwissenschaften und mehr zu beleuchten, die uns Superkräfte für alle bringen könnten.

Wie sind Sie zur Superhelden-Wissenschaft gekommen?

Ich bin kein Comic-Experte, aber 1985 hat der Film Superman alles verändert. Eine fliegende Person mit Röntgenblick und Laseraugen? Als Kind wollte ich das auch. Die Batman-Filme der 80er und 90er sowie X-Men mit Hugh Jackman als Wolverine haben mich fasziniert. Ich fragte mich: Ist das möglich?

Damals studierte ich angewandte Physik an der University of Limerick. Ich konnte die Fragen nicht sofort beantworten, notierte mir aber Ideen bei Superheldenfilmen. So entstand mein Buch Secrets of Superhero Science, um meine Neugier zu stillen.

Warum eine neue Zeitschrift zu Superkräften?

Mein Buch begann physikalisch, wurde aber biologisch dominiert – viele Superkräfte beruhen auf veränderter DNA. Um sie zu replizieren, brauchen wir Wissen zu Genediting, Proteinfaltung und neuronalen Netzwerken. Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist entscheidend.

Synthetische Biologie schafft künstliche Genome, etwa für Hefe – ein Schritt zu vollsynthetischen Organismen. Dazu gehören Biologen, Genetiker, Bioinformatiker und Physiker. Vielfältige Perspektiven sind der Schlüssel zu Superkräften.

Deshalb die Zeitschrift?

Superhero Science and Technology ermöglicht Forschern, ihre Arbeit zugänglich zu publizieren – für Akademiker und Laien. Themen müssen mit Superhelden, Schurken oder Kräften verknüpft sein, ohne dass Leser Expertenwissen brauchen.

Die Zeitschrift soll wie ein Magazin gelesen werden: spannend, informativ. Sie erfüllt Publikationspflichten, kommuniziert aber innovativ. Peer-reviewed mit starkem Editorial Board, doch in klarer Sprache. Mein Ziel: Meine nicht-wissenschaftlichen Eltern verstehen es!

Warum jetzt?

Die Öffentlichkeit braucht verlässliche Infos zu Technologien. Oft dominieren sensationalistische Medien. Als Steuerzahler-finanzierte Forscher schulden wir Transparenz – übersichtlich erklärt.

Superhelden sind der Haken: Jeder will Superkräfte. Die Zeitschrift macht komplexe Forschung greifbar.

Besser als Bestehendes?

Animationen von NASA faszinieren, doch CRISPR wirkt abstrakt. Wir skalieren es mit Superhelden-Bezug. Forscher schreiben medial-tauglich – wie in meinen Vorträgen.

Die Geheimnisse der Superhelden-Wissenschaft | Barry Fitzgerald | TEDxStrijp (TEDx Talks/YouTube)

Wie helfen Superheldenfilme Forschern?

Forscher sollen denken: Das passt zu meiner Arbeit! Ich helfe bei Superhelden-Verknüpfungen. Jeder kennt Batman oder Spider-Man. Das Marvel Cinematic Universe hat 11 Milliarden Dollar eingenommen – 1/7 der Weltbevölkerung sah es. Perfekte Plattform!

Wo begann Wissenschaft in Comics?

Stan Lee erfand 1960er X-Men als Mutanten mit X-Gen – keine komplizierten Ursprünge nötig. Inspiriert von frischer DNA-Entdeckung. Heute könnten wir es einbauen: Neben Muskelgenen für Stärke, Augen für Laserblick.

Man erkennt Kreativität im Wissenschaftsprozess.

Ja, Autoren orientierten sich an Realität. Evolution liefert Ideen: Salamander regenerieren Glieder – RNA-Sequenzen könnten Wolverine-ähnliche Heilung ermöglichen. Ethisch heikel, doch machbar.

Laser-Augen?

Ideen aus der Natur: Transgenik mischt Gene, weckt Ethikdebatten. Aber hypothetisch spannend.

Wo die Ethik-Grenze?

Ich reflektiere viel: Tony Starks Ethik ist fragwürdig. CRISPR revolutioniert, doch unbeabsichtigte Effekte? Können wir – sollten wir? Doppeltes Dilemma: Labor-Ethik und gesellschaftliche Notwendigkeit. Ausgeglichen angehen, nicht blockieren.

Superkräfte demokratisieren?

Jeder hat Potenzial: Dean Karnazes rennt ohne Krämpfe, Usain Bolt sprintet. Technologie schafft Klassenunterschiede – wie Smartphones. Nutzung variiert individuell.

Keine Dystopie?

Technologie wird kreativ genutzt: Kameras als Mikroskop. Wie Apps: Spider-Mans Anzug mit Updates.

Spider-Man: Homecoming – Trailer 3 (YouTube/Marvel Entertainment)

Wie bald Superkräfte im Alltag?

Geduld nötig. Militär treibt Exoskelette, Tarnumhänge (z.B. University of Rochester 2014). Bionische Linsen für besseres Sehen – Hawk-Eye-Niveau möglich.

Die Zeitschrift Superhero Science and Technology ist live: superheroscitech.tudelft.nl, Twitter @SuperSciTech. Einreichungen willkommen! Kontakt: b.fitzgerald@tudelft.nl.