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Alkohols Wirkung auf das Gehirn: Von Entspannung bis Sucht und Langzeitrisiken

Etwa 80 bis 90 Prozent der britischen Bevölkerung, die nicht abstinent leben, kennen die kurzfristigen Gefühle von Entspannung und dem sogenannten 'Dutch Courage' nach ein paar alkoholischen Getränken. Doch was bewirkt Alkohol im Gehirn, um diese Effekte zu erzeugen?

Chemische Prozesse im Gehirn

Die Gehirnfunktion basiert auf Neurotransmittern – chemischen Botenstoffen, die Neuronen zur Kommunikation nutzen. Einige sind erregend und steigern die Aktivität, andere hemmend und dämpfen sie.

GABA, ein hemmender Neurotransmitter (Gamma-Aminobuttersäure), verlangsamt die Gehirnaktivität und führt zu Entspannung, Schläfrigkeit und Schmerzlinderung. Alkohol verstärkt die Wirkung von GABA, was diese beruhigenden Effekte erklärt.

Gleichzeitig reduziert Alkohol den Spiegel des erregenden Neurotransmitters Glutamat, was das Nervensystem zusätzlich beruhigt.

Der Dopamin-Kick: Belohnung und Sucht

Neurotransmitter wirken in komplexen Netzwerken, wie dem Belohnungssystem, das durch Dopamin gesteuert wird und für Genuss und Abhängigkeit verantwortlich ist.

Die Euphorie in einer lauten Bar entsteht nicht nur durch die Atmosphäre, sondern durch Alkohols Einfluss auf das dopaminerge System. Alkohol fördert die Dopamin-Freisetzung, was Glücksgefühle auslöst und den Drang nach mehr verstärkt – die Basis für Alkoholabhängigkeit. Betroffene jagen diesen Dopamin-Schub nach, was zu Sucht führt.

Toleranz durch Gewöhnung

Bei wiederholtem Konsum entwickelt der Körper Toleranz: Gehirnzellen passen sich an und reagieren weniger stark auf Alkohol. Neue Trinker spüren Effekte schnell, während Gewohnheitstrinker mehr brauchen, um betrunken zu werden.

Kater: Die Abrechnung

Der Kater mit Kopfschmerzen, Übelkeit und Angst entsteht, weil der Körper Alkohol abbaut – ein mittelgroßes Glas Wein oder ein Pint Bier braucht zwei Stunden. Lange nach dem Abklingen der positiven Effekte erinnert der Körper daran, warum Alkohol als Gift gilt.

Blackouts: Gedächtnislücken

Der Hippocampus wandelt Kurzzeit- in Langzeiterinnerungen um. Alkohol stört diese Funktion und verhindert neue Langzeitgedächtnisse, was Blackouts während starker Trinkphasen erklärt. Nur Erinnerungen aus der Trinkphase gehen verloren.

Langfristige Schäden

Chronischer Missbrauch kann zu bleibenden Hirnschäden und Demenzen wie alkoholbedingter Demenz oder Korsakoff-Syndrom führen. Hoher Konsum erhöht das Risiko für viele Demenzformen.

Mäßigung als Schutz?

Doch moderate Mengen könnten schützen: Studien zeigen, dass bis zu drei Gläser Wein täglich das Demenzrisiko senken kann. Die genauen Mechanismen werden noch erforscht.

Nächstes Mal im Pub: Denken Sie an die faszinierenden Prozesse in Ihrem Gehirn.

Falls Sie oder ein Angehöriger ein Alkoholproblem vermuten, sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder rufen Sie Drinkline an (0300 123 1110) für vertrauliche, kostenlose Beratung.