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Super-Pooper entdeckt: Stuhl mit heilenden Bakterien gegen Darmerkrankungen

Eine Studie der University of Auckland zeigt: Der Stuhl bestimmter Menschen enthält Bakterien, die Betroffene von Erkrankungen wie Clostridium difficile heilen könnten.

Diese 'Super-Pooper' besitzen besonders wirksame Stuhlproben, die essenzielle Bakterien liefern, um den Darm von Patienten mit verschiedenen Krankheiten zu regenerieren und Heilungsraten signifikant zu steigern. 'Das Erfolgsmuster in diesen Studien zeigt die Existenz von 'Superspendern', deren Stuhl besonders wahrscheinlich den Darm des Wirts beeinflusst und zu einer klinischen Besserung führt', erklärt Seniorautor Dr. Justin O’Sullivan.

Stuhltransplantationen sind nicht die erste Wahl zur Linderung von Beschwerden, doch bei Clostridium difficile – einer schweren Infektion, die durch wiederkehrenden Durchfall gekennzeichnet ist – erreichen sie eine Erfolgsquote von 90 Prozent. Dabei wird gesunder Stuhl eines Spenders in den Patienten übertragen, um den Darm mit nützlichen Bakterien zu besiedeln und Pathogene zu bekämpfen. Bei anderen Erkrankungen wie entzündlichen Darmerkrankungen oder Typ-2-Diabetes waren die Ergebnisse bisher weniger überzeugend.

Unser Mikrobiom – die Gemeinschaft aus Bakterien, Viren und Pilzen in unserem Körper, vor allem im Darm – ist individuell einzigartig. Forschung verbindet ein gestörtes Mikrobiom zunehmend mit Krankheiten wie Alzheimer, Multipler Sklerose, Herzkrankheiten, Krebs und Asthma.

Die Wissenschaftler erhoffen sich durch die Analyse des Stuhls dieser Super-Pooper eine Optimierung der Stuhltransplantationen – und potenziell deren Einsatz bei weiteren Erkrankungen.

Was macht Super-Pooper aus? Ihre Darmflora ist vielfältiger und reich an 'Schlüsselarten' – Bakterien, die Chemikalien wie Butyrat produzieren, welches bei entzündlichen Darmerkrankungen und Diabetes hilft. Butyrat reguliert das Immunsystem und unterstützt die Energiegewinnung aus Nahrung.

Die Forscher fanden zudem, dass nicht nur Bakterien, sondern auch DNA, Viren und andere Stuhlbestandteile wirksam sind. Erfolge lassen sich steigern, indem der Empfänger seine Ernährung anpasst, um die neuen Mikroben optimal zu nähren.

'Superspender bieten uns eine einzigartige Gelegenheit, mehr über die Mikrobiomkomponente chronischer Krankheiten wie Reizdarmsyndrom oder Fettleibigkeit zu erfahren', betont Mitforscherin Brooke Wilson, Doktorandin an der University of Auckland.